Vom psychotherapeutischen Eros
(English Version Below)
Die Existenzialien des Mitseins und der Sorge in besonderer Hinsicht auf die abstinente Haltung in der daseinsanalytischen Psychotherapie
Sehr verehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
vor fast 60 Jahren konnte man hier an der Universität Wien schon einmal vom „psychotherapeutischen Eros“ hören. Da sprach nämlich einer der Begründers der Daseinsanalyse, der Psychiater Medard Boss, beim V. Internationalen Kongress für Psychotherapie zum Thema: Angst, Schuldgefühle und psychotherapeutische Befreiung[2]. Dabei stellte er den daseinsanalytischen Zugang zu Angst und Schuldgefühlen im Vergleich zur Psychoanalyse dar. Denn die Daseinsanalyse verstand sich von allem Anfang an ja als eine Fortentwicklung der Psychoanalyse.
Das ist lange her, werden Sie denken. Ja, das stimmt. In der Psychotherapie hat sich vieles verändert und weiterentwickelt seither. Der Sektor der psychotherapeutischen Kranken- und Heilbehandlung hat sich ungeheuer ausdifferenziert und eine nicht mehr übersehbare Zahl von Richtungen, Schulen und Nebenzweigen hat sich herausgebildet. Es gibt ein Psychotherapiegesetz in Österreich, in dem die Ausbildung und die Berufspflichten genau geregelt sind. Überhaupt ist in unserer gegenwärtigen Welt alles geregelt, institutionalisiert und kalkuliert. Der Beruf des Psychotherapeuten und der Psychotherapeutin ist davon nicht verschont geblieben.
Ein so alter Vortrag, 1962 in einem kleinen Büchlein publiziert, kann der uns heute noch etwas sagen? Wir wollen doch immer auf dem neuesten Stand der Forschung sein, legge artis arbeiten, und auch in unserem Berufsfeld wird immer häufiger versucht, sich dem naturwissenschaftlichen Weltbild anzudienen.
Die Daseinsanalyse scheint in dem ganzen Getöse von empirischer Überprüfung, Evaluierung, Akademisierung, Bürokratisierung, (Natur-)Wissenschaftlichkeit ein kleines, seltsames Inseldasein zu führen. Irgendwie widersteht die Daseinsanalyse der Versuchung des „rechnenden Denkens“, für das alles nur noch Bestand ist, mit dem kalkuliert werden kann: Mensch, Tier, Umwelt. So ist die Daseinsanalyse zwar eine in Österreich anerkannte psychotherapeutische Richtung, aber nur wenige entschließen sich für die Ausbildung zu dieser Therapieform, die phänomenologisch-hermeneutisch arbeitet, viel Beschäftigung mit der Philosophie Martin Heideggers voraussetzt und weniger Gewissheiten verkündet als sich einübt in das Sehen, das Fragen, das Hören. Eine Therapieform, die den Menschen wesensgemäß behandeln möchte und darauf achtet, wie sich die Sachen von sich selbst her zeigen, also sich dem Sein des Seienden zuwendet.
Verstehen Sie mich nicht falsch, das hat alles seine Berechtigung und auch die Daseinsanalytikerin und der Daseinsanalytiker haben vielfach vor oder neben dem Fachspezifikum eine akademische Ausbildung absolviert. Sie stellen Krankenkassenanträge für ihre Patientinnen und Patienten, und diagnostizieren in den dazu gehörenden Anträgen mit dem ICD-10, dem internationalen Diagnosemanual, welches für jede Störung eine Buchstaben-Ziffern-Kombination bereit hält. Auch Daseinsanalytikerinnen und Daseinsanalytiker lesen neueste Fachliteratur und besuchen Kongresse. Wenn man in Rom ist, muss man es machen wie die Römer, das ist ja gar nicht falsch, wir sind alle Kinder unserer Zeit, „geworfen“ - wie Heidegger das nennt[3] – in diese geschichtliche Epoche mit all ihren Herausforderungen und Erscheinungen. Durch unsere Weise, die Dinge zu betrachten aber kommen wir über all dies hinaus, in die Lage, tiefer zu schauen. Wir spüren dem Wesen der Dinge nach, indem wir die vorliegenden Phänomene gelten lassen, angesprochen davon sind und, in eins damit, diesem Zuspruch zu entsprechen suchen.
Ansprechen kann mich auch ein älterer Text, denn wo sich Wesentliches ausspricht, befinden wir uns schon mitten im Sein bei den Dingen in einer gemeinsamen Welt, mitten im Anwesen, das wir selbst sind. Die Philosophie verehrt ihre alten Bücher, weil sich in ihnen Wahres ausspricht. Denn die Wahrheit, verstanden als Unverborgenes, hat kein Ablaufdatum.
Fast 60 Jahre ist es also her, dass Medard Boss hier vom „psychotherapeutischen Eros“ sprach, und damit die Haltung des Daseinsanalytikers und der Daseinsanalytikerin den Patienten und Patientinnen gegenüber benannte, eine Haltung die sich aus dem Menschen, -Krankheits- und Gesundheitsverständnis der Daseinsanalyse ergibt. Vorausschickend könnte ich sagen, diese Haltung besteht aus verschiedenen Weisen dem begegnendem Menschen zu entsprechen: einem Sehen-lassen, einem Hören-lassen, einem Ins-Erscheinen-kommen-lassen, nämlich dessen, was sich zeigen will. Damit dies möglich wird und der Raum dafür entstehen kann, ist es nötig ein Stück zurücktreten und sich mit den eigenen Erwartungen, Bedürfnissen, Meinungen, Befindlichkeiten oder gar Lösungsvorschlägen zurückzuhalten, im Sinne der Sache, was bedeutet im Sinne des Wesens dieses Menschen, der zu uns in die Praxis kommt. Denn dieses Wesen ist es, was nach und nach zum Vorschein kommen soll, so dass der Mensch sich zu seinen ureigenen Seinsmöglichkeiten befreien kann. Das ist viel mehr als nur Symptombehandlung.
Heute möchte ich mich dem besonderen Phänomen der psychotherapeutischen Beziehung zuwenden, denn sie ist das Herzstück, „der Ort“, wie Medard Boss in seinem Grundriß der Medizin und Psychologie [4] schreibt, wo sich Heilung, Gesundung und Erholung ereignen. Schon Sigmund Freud, auf den sich Boss in seinen diesbezüglichen Ausführungen oft bezieht, machte auf die zentrale Bedeutung dieser Beziehung aufmerksam und nannte sie einen Tummelplatz[5].
Die Daseinsanalyse spricht hier von einem therapeutischen Proberaum, wo alles, was in den Sinn kommt, ausgesprochen werden, zur Sprache kommen und sein darf.
In so gut wie allen heute existierenden Richtungen wird die psychotherapeutische Beziehung als zentrales Merkmal erachtet, wenn auch das Verständnis dieser Beziehung durchaus unterschiedlich sein mag[6]. So sprechen wir in der Daseinsanalyse beispielsweise nicht von Übertragung und Gegenübertragung, weil sich das Tragende der mitmenschlichen Beziehung phänomenologisch nicht als etwas bloß Übertragendes oder Gegenübertragenes zeigt[7]. Folglich meinen wir auch, die Gefühle, die dem Therapeuten entgegengebracht werden, gelten wirklich diesem und haben mit der Beziehung zu diesem zu tun. Darauf werde ich später noch ausführlicher zurückkommen.
In der Daseinsanalyse hat die Beziehung zwischen Analytiker oder Analytikerin zu Analysand bzw. Analysandin wesentliche Bedeutung für das Heilungs- oder Selbstbefreiungsgeschehen. Vom Wesen und den Besonderheiten dieser Beziehung möchte ich heute sprechen und dabei auch reichlich verschiedene Kollegen der Züricher und der Wiener Daseinsanalytischen Schule zu Wort kommen lassen. Auf meine Ausführungen vorblickend, kann ich schon an dieser Stelle sagen, dass die therapeutische Beziehung in der Daseinsanalyse sich durchaus als Liebesbeziehung zeigt. Dabei setze ich allerdings ein bestimmtes Verständnis von Liebe voraus, das vom Existenzial der Sorge herrührt. Liebe verstehe ich solcherart als die eigentliche oder ursprüngliche Liebe. Hierzu findet sich in einem Brief Martin Heideggers an Ludwig von Ficker eine schöne Stelle, die auf die therapeutische Kraft der Liebe hinweist (ich zitiere): Wohl die tiefste Deutung dessen, was Liebe ist, steht bei Augustinus, indem [sic] Wort, das lautet: ‚amo volo ut sis’, ich liebe, das heißt, ich will, daß das Geliebte sei, was es ist. Liebe ist das Sein-lassen in einem tieferen Sinn, demgemäß es das Wesen hervorruft.“[8]
Diese spezielle Weise, wie Liebe in der psychotherapeutischen Beziehung ausgetragen wird und die besondere Rolle der therapeutisch Handelnden dabei ist von dem her zu verstehen, was das „Ziel“, besser noch, das Anliegen der psychotherapeutischen Daseinsanalyse ist, nämlich die Befreiung zum eigentlichen Selbstsein. Alle psychotherapeutischen Maßnahmen haben „nur das eine und selbe Ziel [...], „den Kranken wieder die freie Verfügung über die ihnen gegebenen und ihr Existieren ausmachenden Vernehmens- und Entsprechens-Möglichkeiten zurückzugeben“[9], schreibt zum Beispiel Medard Boss. Das Dasein ist die vernehmend-offenständige Erscheinungsstätte für das Anwesen und die Entfaltung sämtlicher Gegebenheiten, die es ansprechen, und die ihm möglich sind. Wenn einem Menschen dies aufgeht und er sich dem, was sich zeigt und zuspricht, zu stellen und Stand zu halten vermag, sowie in einem eigenständigen und verantwortlichen Handeln diesem Zuspruch zu antworten, dann hat er in den freien Vollzug der ureigenen Vernehmens- und Entsprechens-Möglichkeiten des gesunden Daseins gefunden[10]. Jedoch nicht nur der kranke Mensch, nein jeder von uns, wir alle also, stehen in dem Anspruch, uns zum eigentlichen Selbstsein zu befreien, was bedeutet, die eigenen Wesensmöglichkeiten frei zu vollziehen, also zu leben, zu sein, wie wir im Grunde sind, jeder auf seine Art, „jemeinig“, wie Heidegger sagt, was bedeutet, dass es uns allen in unserem Dasein eben um dieses selbst geht[11].
Dem psychisch erkrankten Menschen bei dieser Befreiung zum eigentlichen Selbstsein beizustehen, ihm den Raum zur Verfügung zu stellen, den es braucht, damit das möglich wird, darum geht es in der daseinsanalytischen Psychotherapie, und daraus ergibt sich auch eine Haltung, die ich mit Boss[12] den „psychotherapeutischen Eros nenne, dieser „hat sich [...] durch eine sonst nie geübte Selbstlosigkeit, Selbstzucht und Ehrfurcht vor dem Eigenwesen des Partners auszuzeichnen, die sich weder durch ein entgegenkommendes, noch durch ein gleichgültiges, noch durch ein feindseliges Verhalten des Analysanden in ihrer Stabilität und Dauerhaftigkeit beirren lässt.“[13]
Bevor wir uns aber dem eben Gesagten näher zuwenden und erkennen können, worin das Heilsame dieser Haltung von Therapeutin und Therapeut besteht, möchte ich Grundlegendes zum Menschen- und Therapieverständnis der Daseinsanalyse ausführen und dabei auch das Wesen der therapeutischen Beziehung näher betrachten. Hierzu werde ich
1) kurz umreißen was unter Daseinsanalyse als einem psychotherapeutischen Verfahren zu verstehen ist und wie dieses Verfahren in Martin Heideggers Philosophie gründet.
2) zur Klärung der Frage, was menschliches In-Beziehung-sein ursprünglich ist, zwei Wesenszüge des Daseins, von Heidegger Existenzialien genannt, nämlich die Sorge und das Mitsein, erläutern, sowie dabei insbesondere die Liebe als ausgezeichnete Weise der Sorge und mitmenschlichen Fürsorge herausstellen.
3) vor diesem Hintergrund mich der psychotherapeutischen Beziehung aus daseinsanalytischer Sicht zuwenden und überlegen, welche Erfordernisse und Herausforderungen sich daraus für eine enthaltsame, abstinente therapeutische Haltung ergeben.
1. Was ist die psychotherapeutische Daseinsanalyse?
Im Grunde geht es um eine Haltung, die nach Edmund Husserl „zu den Sachen selbst“ vordringen möchte[14] und die vom Husserl-Schüler Martin Heidegger weiterentwickelt und in folgender Weise als phänomenologische Maxime formuliert wurde: „Das, was sich zeigt, so wie es sich von ihm selbst her zeigt, von ihm selbst her sehen lassen“[15]. Die Daseinsanalyse versteht sich als tief in der Philosophie Martin Heideggers verwurzelte phänomenologisch-hermeneutische und psychotherapeutische Denkschule, Haltung und Praxis, die nach dem Sein des Seienden und nach dem Sinn von Sein fragt und in der Weise dieses Fragens das menschliche Dasein in seinem Wesen zu verstehen trachtet. An die Stelle des Begriffes der Psyche wird der von Heidegger verwendete Begriff Dasein gesetzt. Dies gründet in dem Versuch, das neuzeitliche Subjektdenken zu hinterfragen und an dessen Stelle einen angemesseneren, dem tatsächlichen Phänomen gerechter werdenden Blick auf das Wesen des Menschen zu erlangen.
Der Mensch wird als Dasein ausgelegt, welches sich wesentlich konstituiert in seiner Offenheit der Welt gegenüber. Dasein ist weltoffen, ist In-der-Welt-sein, d.h. dieses „Gegenüber“ wird nicht im Sinne einer Subjekt-Objekt-Beziehung verstanden sondern als „In-sein“. Das Sein dieses Da, das Ausstehen dieses je eigenen Da, also auch für „Dinge“ und „Mitmenschen“ da zu sein, das ist es, worum es dem Dasein im Wesentlichen geht.
Dieses Sein ist kein Ding, auch nichts Seiendes, es ist vielmehr ein sich zeitigendes Geschehen, ein Anwesen; es ist also transitiv zu verstehen.
Das Dasein nun ist sich selbst erschlossen in den Stimmungen, das heißt in der Weise, wie es sich je in seinem Da befindet. „Die Stimmung hat je schon das In-der-Welt-sein als Ganzes erschlossen und macht ein Sichrichten auf ... allererst möglich“, schreibt Heidegger in Sein und Zeit[16]. In dem Wort „Weise“ klingt ja auch eine alte Bezeichnung für das Lied mit an, welches stets in einer bestimmten Stimmung erklingt. Die Stimmung wird als Art verstanden, wie einem ist. In der Stimmung wird das Dasein angehbar und berührbar. Es wird betroffen, angegangen von Welt[17]. Unsere Stimmung bestimmt die Weise, wie wir für die Welt offen sind. In der Trauer zum Beispiel sind wir für ganz anderes offen als in der Langeweile, im Staunen oder in der Angst. In der Verstimmung dagegen ist das Dasein sich selbst gegenüber blind, die Umwelt und Mitwelt, der seine Sorge und Fürsorge gelten, verschleiert sich. So spricht die Daseinsanalyse beispielsweise von einer depressiven Verstimmung, etwa im Gegensatz zur Stimmung der Trauer und der Melancholie.
„Auch wenn Dasein im Glauben seines »Wohin« »sicher« ist oder um das Woher zu wissen meint in rationaler Aufklärung, so verschlägt das alles nichts gegen den phänomenalen Tatbestand, daß die Stimmung das Dasein vor das Daß seines Da bringt, als welches es ihm in unerbittlicher Rätselhaftigkeit entgegenstarrt“, lesen wir in Sein und Zeit. [18]
Dieses Phänomen, dass wir zu sein haben, bestimmt den Lastcharakter des Daseins. In bestimmten Stimmungen wird dieser Lastcharakter besonders offenbar, in der Angst beispielsweise, in der Leere und dem Hingehaltensein in der tiefen Langeweile oder in der anhaltenden, ebenmäßigen, faden Ungestimmtheit. Das sind Stimmungen, denen wir gerne entfliehen möchten, sie vertreiben und uns davon ablenken wollen. Jedoch auch in solchem Ausweichen klingt der von Heidegger gemeinte Lastcharakter noch an. Er schreibt: „Und wiederum kann die gehobene Stimmung der offenbaren Last des Seins entheben; auch diese Stimmungsmöglichkeit erschließt, wenngleich enthebend, den Lastcharakter des Daseins“[19].
Ein weiterer Grundzug des Daseins als gestimmtes In-der-Welt-sein ist es, verstehend zu sein, was bedeutet, das Dasein versteht sich auf sein Sein. Der Mensch kann sich unmittelbar selbst verstehen und auch die ihm begegnenden Mitmenschen und Dinge, er kann verstehen in der „Einheit des Da, in der Weltoffenheit seiner Horizonte“, die der Mensch als Dasein „seiner »ekstatischen« Wesensverfassung nach ist.“[20] Diese drei Grundzüge des Daseins werden gemeinsam in der zeitlich verfassten Sorge als gestimmtes, verstehendes Sein-bei ausgetragen. Weitere solche, dem Dasein wesensmäßig zugehörige Grundstrukturen, von Heidegger Existenzialien genannt, sind die Leiblichkeit, das Mitsein mit anderen Menschen, die Räumlichkeit, die Zeitlichkeit und die Sterblichkeit, um nur einige zu nennen.
Die wesentlichen Grundzüge des daseinsanalytischen Menschen- Welt- und Krankheitsverständnisses bilden die Grundlage, wie sich die Daseinsanalyse von den Phänomenen anblicken, ansprechen und leiten lässt. Was sich zeigt, wird phänomenologisch, in seinem eigenen Bedeutungsgehalt ausgelegt und ist immer auf das Ganze einer Lebensgeschichte zu beziehen. Von zentraler Bedeutung für die therapeutische Arbeit ist „der Vorblick auf den »ganzen«, gesunden Menschen“[21]. Martin Heidegger äußerte sich bei den, in Medard Boss’ Haus am Zürichsee stattfindenden sog. „Zollikoner Seminaren“ in dem Sinne, dass wir, wenn wir es mit der Krankheit zu tun haben, es in Wahrheit mit der Gesundheit zu tun haben, „im Sinne von fehlender, wieder zu gewinnender Gesundheit“[22] .
In der daseinsanalytischen Psychotherapie kommt der faktische, also der tatsächliche Vollzug des In-der-Welt-seins in den Blick. Es geht nicht um die hinter diesen Phänomenen liegenden Strebungen, sondern um die Phänomene selbst.
Ein fundamentaler Bestandteil der daseinsanalytischen Psychotherapie, die mehrmals die Woche im Liegen stattfindet, ist die Traumauslegung[23], die ich hier nur am Rande erwähnen kann. Hier wird ausschließlich bei dem geblieben, was sich zeigt und keine Symboldeutung vorgenommen, sondern das im Traum vorliegende Geschehen phänomenologisch-hermeneutisch ausgelegt[24].
Der Kernstück, der eigentliche Ort und das tragende Fundament der Therapie aber, ist die Beziehung des kranken Menschen zum Therapeuten oder zur Therapeutin.[25] Förster [sic] und Vetter schreiben „Von allem Anfang sind Therapeut und Analysand in eine ursprüngliche mitmenschliche Beziehung eingelassen, zu der jeder das Seine beiträgt. Analytiker wie Analysand sind aus dem Ganzen einer Welt eingefügt in ein Geschehen, das die Entwicklung der Beziehung beider bestimmt, den Analysanden zur Eigenständigkeit führt und ihm seinen Ort in der Welt zuweist“[26].
Die Entwicklung, welche der Patient in seinem bisherigen Leben vollziehen konnte, ist „gestört“, d.h. in Hinsicht auf den ursprünglich als frei angelegten Vollzug seiner ureigenen Möglichkeiten im Austrag eingeschränkt. Es geht folgerichtig in der Therapie um die Befreiung dieser Möglichkeiten hin zu einem freieren Dasein. Diese Einschränkungen oder Einengungen zeigen sich in neurotischen, psychosomatischen und psychotischen Störungen. „Aufgabe des Analysanden ist es, sich in die entstehende Beziehung zum Therapeuten einzulassen, um in dieser nachzureifen“[27] Förster [sic] und Vetter schreiben weiter zur Aufgabe der Therapierenden, sie sei: „1. einen Einblick in die gelebten und leibhaften Austragungsweisen jener dem Menschen gegebenen Möglichkeiten zu erhalten, die konstitutiv für sein Wesen sind und von Heidegger als »Existenzialien« bezeichnet wurden, und 2. der sich entwickelnden Beziehung zum Analysanden zu entsprechen.“[28]
Soweit der kurze Abriss zur Geschichte, den philosophischen Grundlagen und der psychotherapeutischen Methode der Daseinsanalyse. Wenden wir uns nun, mit besonderem Blick auf die Liebe, den Existenzialien zu, in deren Vollzug die Möglichkeit mitmenschlicher, personaler Beziehung gründet.
2. Verständnis von Beziehung auf der Basis der Sorge und des Mitseins sowie weiter zur Frage, wie kann, darauf basierend, das Phänomen der Liebe zu verstehen sein?
Wir haben gehört, dem Dasein geht es in seinem Sein um dieses selbst. Dies spricht sich im Modus der zeitlich verfassten Sorge aus.[29] Die drei existenzialen Strukturmomente der Befindlichkeit, des Verstehens und des Seins-bei werden in der Sorge auf verschiedene Weise, aber in einem einheitlichen Existenzgrundzug ausgetragen. Dem Menschen ist sein Sein nicht gleichgültig, selbst, wenn er versucht, sich dem zu verschließen, steht er prinzipiell immer noch in der Sorge um sein Sein, wenn in einem solchen Fall auch in einer abgewendeten, ausweichenden Weise, denn der Mensch ist wesensmäßig durch die Sorge bestimmt. Einen Egoismus oder ein abgekapseltes Ich meint das jedoch nicht, denn das menschliche Dasein als In-der-Welt-sein ist immer schon durch das Mitsein mit anderen bestimmt. Dasein ist wesentlich auch Mitsein. Das Mitsein, wir werden es gleich noch hören, ist ebenfalls ein Existenzial, also ein Grundzug des menschlichen Wesens. Das bedeutet, die Sorge um das eigene Sein ist immer auch schon Sorge um das Sein anderer [30].
Die Sorge wird aus dem sich zeitigenden Existenzvollzug des Daseins ersichtlich, sie ist zeitlich verfasst. Im Befinden kommt das Dasein auf sich selbst zurück und es erschließt sich hierin das Gewesene, im Sein-bei eröffnet sich das Gegenwärtige und im verstehenden Entwerfen die Zukunft. Die Sorge vollzieht sich im besorgenden Umgang mit den Dingen und im fürsorglichen Sein mit anderen. In der eigentlichen Sorge geht es dem Dasein um die „Zukunft des Gewesenen, die gegenwärtig entschieden wird“.[31] Das kommt besonders in der und durch die Therapie zum Tragen.
Wenden wir uns nun dem, was wir unter Mitsein verstehen, zu. Wie schon öfter betont, geht es hier, gleichursprünglich und gleichbedeutend mit den anderen Existenzialien, um die wesensmäßig erschlossene Beziehung zum Mitmenschen, die den Menschen erst zum Menschen macht. Was heißt das? Das Dasein ist wesenhaft um willen Anderer, als „sich zeitigende, sorgende Offenheit, bzw. »Gelichtetheit«, in der Seiendes anwesen kann“[32]. Diese Offenheit des Daseins bedeutet keine abgekapselte Sphäre des einzelnen Menschen, sondern wir sind immer schon draußen in der Welt und bei den Mitmenschen. „Vielmehr ist der Mensch gar nicht, es sei denn als ein »in-Beziehung-Stehender«“[33], bringt es Alois Hicklin auf den Punkt. Unsere Offenheit ist wesenhaft durch den Bezug zu anderen Mitmenschen konstituiert und ist ursprünglich aus diesem Bezug zu verstehen. „Das »Mitsein« ist kein Bewußtseinsphänomen, sondern eine Seinsweise.“[34]
Wie aber sind wir mit den Anderen? Wie vollziehen wir das Sein mit Anderen? Von der Sorge haben wird gehört, sie meint die Weise, wie wir mit Begegnendem umgehen und diesem entsprechen, das können nun Dinge sein oder andere Menschen. Der Vollzug des Umgangs mit anderen Menschen wird von Heidegger als Fürsorge bezeichnet. Das Verständnis dieser Fürsorge ist für die Daseinsanalyse und die therapeutische Beziehung tragend, geht es dabei doch um die Vollzugsweise der Sorge im Mitsein, das heißt, die Weise, wie wir mit Anderen sind und füreinander Sorge tragen. In Sein und Zeit finden sich zwei Formen dieses fürsorgenden Umgangs mit den Mitmenschen, die Heidegger zwei extreme Modi der positiven Fürsorge nennt, nämlich die einspringende und die vorausspringende Fürsorge, und er weist daraufhin, dass es zwischen diesen Extremen viele Mischformen des fürsorglichen Umgangs miteinander gäbe.[35]
Wie unterscheiden sich nun diese beiden Arten der Fürsorge? Bei der einspringenden, auch beherrschend genannten Fürsorge nimmt ein Mensch dem anderen Menschen nach Möglichkeit die Probleme ab, springt für den andern ein und gibt keinen Raum, dass dieser selbst seine Eigenverantwortung übernehmen und der Herausforderung, die das Begegnende an ihn stellt, auf eigentliche Weise entsprechen könnte. So werden auch die eigenen Möglichkeiten nicht gefördert. Heidegger schreibt zur einspringenden Fürsorge recht deutlich in Sein und Zeit: „Sie kann dem Anderen die »Sorge« gleichsam abnehmen und im Besorgen sich an seine Stelle setzen, für ihn einspringen. Diese Fürsorge übernimmt das, was zu besorgen ist, für den Anderen. Dieser wird dabei aus seiner Stelle geworfen, er tritt zurück, um nachträglich das Besorgte als fertig Verfügbares zu übernehmen, bzw. sich ganz davon zu entlasten.“[36]
Eine ganz andere Weise der sich zeitigenden Sorge im Umgang mit den Mitmenschen ist die vorausspringende, auch befreiend genannte, Fürsorge. In „Sein und Zeit“ lesen wir, die vorausspringende Fürsorge sei eine Weise des Mitseins, die „...für den Anderen nicht so sehr einspringt, als daß sie ihm in seinem existenziellen Seinkönnen vorausspringt, nicht um ihm die »Sorge« abzunehmen, sondern erst eigentlich als solche zurückzugeben (...) Diese Fürsorge (...) verhilft dem Anderen dazu, in seiner Sorge sich durchsichtig und für sie frei zu werden“.[37]
Hier wird nun deutlich, welch große Bedeutung dieses Verständnis einer vorausspringend-befreienden Fürsorge für die Praxis der Psychotherapie hat, geht es doch um die Befreiung zum eigentlichen Selbstsein. Die Psychotherapie gewährt den Klientinnen und Klienten in jeder Therapiestunde, die Gelegenheit, geborgen und sicher aufgehoben in der therapeutischen Beziehung, bisherige Lebensweisen in Frage zu stellen und allmählich die ureigenen Möglichkeiten ins Erscheinen kommen zu lassen. In der Beziehung zur Psychotherapeutin oder zum Psychotherapeuten, wird der Raum gewährt, innerhalb dessen für den Klienten und die Klientin erfahrbar werden kann, wer sie oder er im Grunde i s t. Im Vorausspringen gewährt der Mensch einem Anderen die fürsorgliche Offenheit, die es braucht, damit dieser Andere auf sich selbst zurück kommen kann. So können ihm neue Seinsmöglichkeiten aufgehen, aber auch Schmerzliches, noch nicht Geglücktes, noch in seinem freien Vollzug Eingeengtes vertrauensvoll gezeigt werden. Denn was sich auch zeigen mag, die mitmenschliche Fürsorge wird ihm nicht entzogen.[38] Natürlich wird es in der Psychotherapie immer wieder Situationen geben, wo es im Moment nicht anders geht als einspringend zu arbeiten, das aber soll nur so häufig wie eben nötig geschehen.
Wie lassen sich nun die bisherigen Ausführungen auf das Phänomen der Liebe beziehen?
Wir haben gehört, im Existenzial des Mitseins ist der Mensch von Grund auf schon auf das Sein mit anderen Menschen eingelassen. Das Mitsein gehört wesentlich zum Menschsein. Die Liebe als eine Weise der Sorge im Mitsein kennt vielfältige Formen ihres Vollzugs. Bei Medard Boss zum Beispiel lässt sich folgende Aussage finden: „Vielmehr will »Sorge« der Obertitel für jedwede Weise menschlichen Weltverhältnisses sein und umfasst sämtliche menschenmöglichen Beziehungen zu allem, was ist, zu allem Dinglichen, allem Mitmenschlichen und allem Göttlichen [...] Ja, gerade die Liebe entspricht der »Sorge« im fundamentalontologischen Sinne so vollkommen, dass alle anderen Bezugsmöglichkeiten des Menschen als deren mehr oder weniger verdeckte Abwandlungen zu verstehen sind; kann sich doch ein jegliches, das ist, nur als Geliebtes in seinem vollen Wesen entfalten.“[39]
Im Brief an den Humanismus schreibt Martin Heidegger sehr ähnlich:
„[S]ich einer ‚Sache‘ oder einer ‚Person‘ in ihrem Wesen annehmen, das heißt: sie lieben: sie mögen. Dieses Mögen bedeutet, ursprünglicher gedacht: das Wesen schenken.“[40]
Lieben in diesem Sinne ermöglicht etwas, nämlich den anderen, die andere in seinem oder ihrem Eigenwesen sichtbar werden zu lassen. Lieben ist demnach auch ein Lassen. Dieses Lassen entspringt der Seinsgelassenheit, der wir uns im Vollzug des Liebens überantworten und ist somit Ereignis. Das Mysterium des Liebens, das was sich entzieht und uns doch so reich beschenkt, ist also bis in den abgründigen Grund hinein unverfügbar und unscheinbar, aber ein Geschehen, ein Beziehungsgeschehen, das trägt, wenn es gelingt, sich ihm anzuvertrauen und es sein zu lassen. Bei Augustinus Wucherer-Huldenfeld findet sich dazu folgende Passage:
„Je näher Menschen einander in personaler Verbundenheit kommen, desto mehr kann ihnen aufgehen, daß ihr Dasein füreinander (gerade in der Verschiedenheit und Andersartigkeit des je zu eigen gegebenen Ursprungseins) Verweis auf dieses ihnen gemeinsame abgründige Mysterium des Ursprungs ist [...]
Einander frei geben, sein lassen, und füreinander da sein können sie nur, indem sie sich aus ihrem gemeinsamen, unverfügbaren Ursprung heraus in ihrem Aufeinanderbezogensein in Empfang nehmen, und nur so ist eine (gleichrangige) Du-Du-Beziehung möglich.“[41]
Die „Verschiedenheit“ und „Andersartigkeit“, von der hier die Rede ist, begegnet uns auch in Heideggers Hölderlin-Interpretationen wieder. Bei Hölderlin ist die Rede davon, dass die Ausfahrt ins Fremde jedem Heimisch-werden vorangeht. Wir werden auf die verborgene Herkunftsgegend des Eigenen aufmerksam durch die Begegnung mit dem anderen. In der Begegnung mit dem Verschiedenartigen und Andersartigen des anderen Menschen, im echten Gespräch, wo sich beiden etwas zuspricht, dass sie nicht machen, von dem sie sich tragen lassen, geht den Menschen und auch den Liebenden erst das Eigene auf, und dieses Eigene ist gelassen genug, die Andere oder den Anderen sein zu lassen[42].
Aber es braucht auch Glück, im Sinne eines Glückens. Wir können echte Begegnungen, echte Gespräche und die Liebe nicht machen. Sie alle sprechen sich uns geschicklich zu. Das ist nichts Abstraktes, denn die Person, die wir lieben und die uns liebt, uns in unserem Wesen sieht und bejaht, in unserer Andersheit annimmt und sich mit uns auseinandersetzt, weil sie eben ihr Eigenwesen nicht auf- oder preisgibt, bleibt in aller Lebendigkeit mit uns ausgespannt im miteinander In-der-Welt-sein, in eine gemeinsame und doch auch je eigene Welt, die einen Zug ebenso ins Offene aufweist, wie ins bergend Bewahrende. Das ist die Atembewegung der Liebe und des echten Gesprächs, die in ihrem ereignishaften Kern ein Angesprochensein und Entsprechen zweier sich diesem Geschehen öffnenden Menschen sind. Was bedeutet das Gesagte nun für die psychotherapeutische Beziehung und Haltung?
3. Die Bedeutung der bisherigen Ausführungen für die therapeutische Beziehung in der Daseinsanalyse und was sich daraus für die Haltung des Psychotherapeuten und der Psychotherapeutin ergibt.
Eigentlich war es wohl Carlos Alberto Seguin, von dem Boss den Ausdruck vom „psychotherapeutischen Eros“ wahrscheinlich übernommen hat. Jener benannte in einem 1965 erschienenen Buch - mit gleich lautendem Titel - die Haltung, die aus der besonderen Weise wie sich die Liebe in der therapeutischen Beziehung zeigt, als „psychotherapeutischen Eros“[43].
Diese Liebe, die im Grunde ein Gespräch ist, kann uns öffnen, uns helfen, Einengungen unserer Weltbezüge zu überwinden. Das gilt für alle Formen der Liebe, aber für die therapeutische Liebe auf eine ganz spezielle und nun auszuführende Weise. Sie vermag dem Patienten und der Patientin, indem sie ein Sein-lassen ist, diesen Raum für das Aufmerksam-werden auf das Eigene zu eröffnen. Gerade indem der Therapeut oder die Therapeutin gelassen in vorausspringend-fürsorglicher Weise in die therapeutische Beziehung eingelassen sind und der Entwicklung dieser Beziehung entsprechen, entsteht jene vertrauensvoll zugewandte mitmenschlich Atmosphäre, die den Patienten und Patientinnen ermöglicht, sich zu zeigen und die bisherige Lebensweise fraglich werden zu lassen. Sie erfahren Heilung, indem sie sich in der tragenden und sicheren Beziehung zum Therapeuten oder zur Therapeutin entwickeln, mehr und mehr zu dem und der werden, die sie im Grunde sind. Die Daseinsanalyse ist ein öffnendes Verfahren, ein Sichtbarwerden-lassen, ein Ins-Erscheinen-kommen-lassen von neuen Seinsmöglichkeiten. Es geht um eine Weitung der Welt und der sich in ihr und nach ihr ausrichtenden Bezüge.
Medard Boss beschreibt die von allen anderen Arten der Beziehung zu unterscheidende Weise, wie der Therapeut und die Therapeutin für den Analysanden und die Analysandin da sind, eindringlich, „daß kaum ein anderer Mensch in seinem erwachsenen Leben, so wie ein Analysand – gleich welcher theoretischen Schule sein Analytiker angehören mag – eine auch nur annähernd gleiche, monate- und jahrelange, unerschütterliche, wohlwollende, interessierte von »Taktlosigkeiten freie«, Zuwendung von Seiten eines reifen und freien Partners, des Analytikers nämlich, erfährt.“[44]
Dieser von Boss als reif und frei bezeichnete Partner, den oder die ich - meiner Meinung nach, angemessener - als reifer und freier bezeichnen möchte, ist jeweils der Analytiker und die Analytikerin, die eine ausgedehnte und gründliche Lehranalyse durchlaufen haben und daher ein Stück mehr schon aus ihrem eigenen Wesensgrund leben. Ein solches Miteinandersein, das leuchtet wohl ein, ist für viele, schon früh vereinsamte und in Einengungen von Weltbezügen befangene Menschen, bereits eine erheblich wirksame und heilsame Erfahrung, die sie nicht selten das erste Mal im Leben machen.
In Hinblick auf die Beziehung in der Psychotherapie möchte ich nun aus der Sicht der Daseinsanalyse auch auf die Phänomene eingehen, die als Übertragung und Gegenübertragung bezeichnet werden. Die Übertragung, also das, was sich in der therapeutischen Beziehung an Gefühlen seitens Patientin oder Patient in Bezug auf die Therapeutin oder den Therapeuten zeigt, meint nicht etwas aus früheren Erfahrungen, aus einem wie auch immer verstandenen Inneren des Patienten auf die Therapeutin Übertragenes, sondern meint die Therapeutin selbst, denn sie ist es ja, die nun mit dem Patienten in Beziehung ist und im Erscheinungsraum des Miteinanderseins beider zeigen sich diese Regungen des Patienten der Therapeutin gegenüber. Die Patientin und der Patient verhalten sich in der Beziehung, wie es ihr oder ihm zu diesem Zeitpunkt möglich ist, und das wird zuerst in der bisher gewohnten Weise sein. Dennoch handelt es sich um echte zwischenmenschliche Phänomene, die das Aufbrechen neuer Beziehungsmöglichkeiten ankündigen.[45] Damit diese neuen Beziehungs- und überhaupt Seinsmöglichkeiten der Patientin aufgehen und nach und nach freier ergriffen werden können, braucht es den Raum, den die hellhörige und gelassen zugewandte Offenheit des Psychotherapeuten und der Psychotherapeutin ermöglicht und in dem neue Beziehungsmöglichkeiten zum Vorschein kommen können. Wichtig ist, dass in der phänomenologischen Grundhaltung der Daseinsanalyse das, was sich von sich selbst her zeigt auch von sich selbst her zu sehen und zu verstehen ist und nicht auf etwas anderes zurückzuführen. Das bedeutet, Liebes- und Hassgefühle, die dem Therapeuten oder der Therapeutin entgegengebracht werden, nicht umzuinterpretieren, sondern als das gelten zu lassen, was sie sind, sie also „beim Wort zu nehmen.“[46] In der gelassen-offenen Weise wie der Therapeut dem Klienten begegnet, werden solche Gefühle gelten gelassen als das, was sie sind. Durch das vorurteilslose Annehmen des Gesagten und dieses Verhaltens durch den Therapeuten, kann es im therapeutischen Gespräch zur Sprache kommen. Das Aufzeigen von Einschränkungen und Hemmungen in der Beziehungsgestaltung durch die Klienten wird in der therapeutischen Arbeit im Vergleich zu einem freieren, reiferen und natürlicheren Verhalten in der Begegnung mit dem Therapeuten nicht nur nicht eingeschränkt, sondern sogar erleichtert“.[47]
Die Gefühle dagegen, die sich bei der Analytikerin und dem Analytiker in der Stunde zeigen, die Stimmungen, die aufkommen der Patientin gegenüber, das also was gemeinhin als Gegenübertragung bezeichnet wird, sind zudem ein wichtiger Hinweis auf noch nicht Ausgesprochenes, aber atmosphärisch Anwesendes. Das „Lesen“ dieser in der Analyse beim Therapeuten aufkommenden Gefühle und Erinnerungen ist ein wichtiges Instrument, um die Welt des Klienten und seine augenblickliche Befindlichkeit, aber auch das eigene Mitsein mit dem Patienten, wie es sich gerade ereignet, zu verstehen. Gerade dies ermöglicht es dem Therapeuten und der Therapeutin, die gefestigt und geschult, „selbsterfahren“ durch eine eigene Lehranalyse sind, dem Patienten und der Patientin eine zuverlässige, sichere, geduldige Offenheit entgegen zu bringen, in welcher diese ihr bisheriges In-der-Welt-sein und mitmenschliches Sein zur Frage werden lassen können. Zu dieser Offenheit gehört es auch, dass der Therapeut oder die Therapeutin ihre Gefühle authentisch erleben, also Ärger, Langeweile, Anspannung, die aufkommen können, ebenso bei sich zulassen, wie Freude, Betroffenheit oder andere Regungen jedweder Art, das ist es ja, was Seinsgelassenheit bedeutet, es nämlich kommen zu lassen, wie es kommt und dieses, wie es kommt und sich ereignet, in seinem Sein anzuerkennen. Auch die Träume, welche die Therapierenden von ihren Klienten oder Klientinnen haben, gehören hier dazu. So ist und wird dem Therapeuten oder der Therapeutin sichtbar, was hier atmosphärisch ins Erscheinen kommt und kann für die Therapie hilfreich werden. Gerade dieses Eingelassen-sein des Therapeuten und der Therapeutin in das, was sich zeigt, ermöglicht es der Klientin und dem Klienten echte mitmenschliche Zweisamkeit im schützenden Raum der daseinsanalytischen Probewelt zu erfahren, wo alles sich zeigen und sein darf, was sich zuspricht.[48]
Schauen wir uns nun an, welcher Haltung des Psychotherapeuten und der Psychotherapeutin es bedarf, damit dies möglich wird. Lassen Sie mich dazu zunächst einen vergleichenden Blick auf eine andere psychotherapeutische Schule werfen, deren Beziehungskonzept sehr einflussreich für das Verständnis der psychotherapeutischen Beziehung wurde. Ich spreche von der Personenzentrierten Psychotherapie und ihren Abkömmlingen. Carl Rogers beschrieb schon 1957 drei Variablen, resp. Beziehungsaspekte, die er als notwendig und ausreichend für das persönliche Wachstum (auch in nicht therapeutischen Beziehungen übrigens) erachtete. Diese sind:
- die förderliche Echtheit (oder Kongruenz)
- die bedingungslose positive Beachtung oder Akzeptanz
- und das empathische Verstehen.[49]
Diese Variablen, später von Nykl Dispositionen genannt, würden nicht als konstante Haltungen verstanden, sondern stünden in einer fließenden Beziehung zueinander.[50]
Nun würde wohl niemand ernsthaft bezweifeln wollen, dass förderliche Echtheit, bedingungslose positive Beachtung oder Akzeptanz, sowie empathisches Verstehen sehr hilfreich für das Wachstum des einzelnen oder auch beider in Beziehung stehender Personen sind. Da sich die Daseinsanalyse als phänomenologisch-hermeneutische psychotherapeutische Schule nach den Phänomenen selbst, also nach dem Wesen des sich Zeigenden fragt, versuchen wir solche Begrifflichkeiten tiefer zu verstehen, und würden aus unserer Sicht eine förderliche Echtheit als das So-sein des Therapeuten oder der Therapeutin verstehen, die mitmenschlich eingelassen sind in die Beziehung zum Klienten und zur Klientin und im Anspruch ihres Seins und des sich in der Stunde Zeigenden stehen, eben als der Mensch, der sie im Grunde sind. Der Therapeut, die Therapeutin lassen sich im Mitsein mit dem Klienten vom Geschehen tragen und existieren wesensmäßig. Nämlich: „Im frei ergriffenen, ureigenen Seinlassen von Anderen in ihrer Andersheit existiert der Mensch wesensentsprechend“,[51] das ist laut Helting Heideggers Grundgedanke zum mitmenschlichen Bezug. Der Kongruenz oder förderlichen Echtheit im Sinne von Rogers würde in der Daseinsanalyse eine gelassenen Grundhaltung entsprechen, die den Patienten, die Patientin in ihrem Eigenwesen zulassen kann, was nur möglich ist, weil der Therapeut, die Therapeutin diese gelassene Grundhaltung auch in der eigenen Existenz vermag. Denn das ist die Voraussetzung, in der therapeutischen Haltung ein „Seinlassen“ des oder der Anderen zu ermöglichen, das wiederum auch in Rogers positiver Beachtung und Akzeptanz anklingt. Wichtig scheint mir hier der Hinweis, dass eine Haltung, soll sie wahrhaftig, lebendig und frei sein, nicht wie eine Maske oder Pose eingenommen werden darf, sondern dem freien, allerdings den Erfordernissen des Heilungsgeschehens gerecht werdenden, reifen menschlichen Sein entsprechen soll. Die Haltung des Psychotherapeuten und der Psychotherapeutin soll helfen, in der Beziehung einen gemeinsamen Boden entstehen zu lassen, auf dessen Grund ein echtes Gespräch möglich wird, innerhalb dessen sich beiden Gemeinsames aus der Sache selbst her zusprechen kann. Da mag zu gebotener Stunde statt des Schweigens ein Hinweis oder eine Frage, eine Bemerkung oder auch nur ein erstauntes „Ah!“ angebracht sein, ebenso wie die von Boss statt eines Fragens nach dem „Warum“ empfohlene, wichtige, weil öffnende Frage „Warum denn eigentlich nicht?“.[52]
Schließlich möchte ich noch das allerorts groß geschriebene Wort von der Empathie, bei Rogers ist die Rede von empathischen Verstehen, aufgreifen. Ähnlich wie bei der Übertragung ist auch hier die Frage zu stellen, ob es wirklich dem Vorliegenden entspricht, dass ein Subjekt-Inneres sich in ein anderes einfühlt? Sind wir nicht immer schon draußen in einer gemeinsamen Welt bei den Dingen und den anderen Menschen, und sind wir nicht wesenhaft um willen anderer? So spricht die Daseinsanalyse nicht von Empathie, sondern vom fürsorgenden Sein mit anderen. Heidegger nennt es in Sein und Zeit das „nicht eben glücklich als »Einfühlung« bezeichnete Phänomen“[53] und führt aus: „»Einfühlung« konstituiert nicht erst das Mitsein, sondern ist auf dessen Grunde erst möglich...“[54]. Auch Reck meint richtig, Einfühlen bedeute, die Welt des anderen „mit diesem zu begehen, was für beide ein grösstmögliches Sich-Öffnen und ein Sich-Treffen in dieser nun gemeinsamen Welt heisst.“[55]
Im fürsorglichen Umgang mit anderen ist zudem das Verstehen von Grund auf mitgedacht, denn die zeitlich verfasste Sorge selbst, als fürsorgende Seinsweise im mitmenschlichen Bezug, ist ja befindliches, verstehendes Sein-bei. Es braucht so gesehen kein absichtsvoll verstehendes Einfühlen in einen anderen Menschen, weil das Dasein seinem Wesen nach bereits ein verstehendes ist.
Wir haben nun schon einiges über die unterschiedlichen Weisen des fürsorgenden Mitseins gehört, innerhalb derer sich im Therapie-Zimmer die Haltung des Therapeuten und der Therapeutin kund tut und ich möchte nun einige, mir wichtig erscheinende Aspekte dieser Haltung noch einmal in Erinnerung bringen und das bereits Gesagte an der einen oder anderen Stelle ergänzen.
Medard Boss, aber auch Gion Condrau und Alois Hicklin, die neben dem Philosophen Martin Heidegger, für die Daseinsanalyse grundlegenden Ärzte und Therapeuten, beziehen sich allesamt des Öfteren in ihren Publikationen auf ein 1965 erschienenes Buch des peruanischen Psychiaters Carlos Alberto Seguin, das den Titel trägt: Der psychotherapeutische Eros. Sein Anliegen war es gewesen, dass Begriffe der Übertragung und Gegenübertragung durch eine den Phänomenen angemessenere Bestimmung ersetzt werden sollten[56]. Er wollte somit das In-Beziehung-sein beider Partner in einer Psychotherapie grundlegend verstehen.
Condrau meint, „dass es sich bei der Liebe des Psychotherapeuten zu seinem Kranken um eine Liebesbeziehung handelt“ und zitiert im Folgenden Seguin dahin gehend, dass es sich hier im eine Liebe handle, „die mit keiner einzigen anderen Art von mitmenschlicher Liebe verwechselt werden darf. Es ist eine neue und einzigartige Weise des Liebens, die deshalb auch einen eigenen Namen verdient. Wir nennen diese Liebe den »psychotherapeutischen Eros«“.[57] Medard Boss beschreibt diesen Eros schon 3 Jahre zuvor, er meint, dieser habe sich: „durch eine sonst nie geübte Selbstlosigkeit, Selbstzucht und Ehrfurcht vor dem Eigenwesen des Partners auszuzeichnen, die sich weder durch ein entgegenkommendes noch durch ein gleichgültiges noch durch ein feindseliges Verhalten des Analysanden in ihrer Stabilität und Dauerhaftigkeit beirren lässt.“[58]
Dies lässt die Patientinnen und Patienten langsam das Vertrauen gewinnen, sich der Welt und damit dem Leben wieder langsam zu öffnen, sich zu weiten und im Schutz des therapeutischen Proberaums verschüttete Regungen und Strebungen zu entdecken, zu erproben, sich anzueignen und damit zu einer freieren Existenzweise zu finden.[59] Diese in der Weise der vorausspringend-befreienden Fürsorge gelebte Haltung des Psychotherapeuten ist das, was wir eine abstinente Haltung nennen, verstanden als ein Gemeinsam-sein in emotionaler Zuwendung im Sinne der Entwicklung des Patienten und der Patientin.[60] Diese enthaltsame Weise der Zuwendung äußert sich auch im Schweigen des Therapeuten oder der Therapeutin, denn es ermöglicht dem behandelten Menschen Sammlung und damit ein auf sich selbst Zurückkommen, das sich Zeit nehmen darf. Solcherart Schweigen ist Zuwendung, ist Respekt und geduldiges Hinhören auf das, was sich zeigt.
Diese besondere Weise der therapeutisch wirksamen Liebe vollzieht sich in Gelassenheit, die nicht Gleichgültigkeit meint, sondern eine in sich gegliederte Grundhaltung, zu der die Befindlichkeit ebenso gehört wie ein verstehendes sich Einlassen auf sie[61]. Gelassenheit bedeutet auch Ausgewogenheit von Nähe und Distanz, die der sich entwickelnden Beziehung entsprechen soll. Wenn beispielsweise in der Beziehungsgestaltung der Patientin oder des Patienten sich gerade in diesem Bereich eingeengte Möglichkeiten zeigen, die sich etwa einem übergroßen Bedürfnis nach Bestätigung oder umgekehrt nach Distanz ausdrücken können, besteht die Gelassenheit des Therapeuten und der Therapeutin auch darin, dem Klienten hier zu einer Befreiung zu verhelfen, indem diese Phänomene zur Sprache kommen, fraglich werden können und so die Beziehung ihrem Entwicklungsstad gemäß allmählich stimmiger ausgetragen werden kann. Hicklin schreibt hierzu, „dass die Haltung des Therapeuten gar nicht anders, denn aus einem eigens bedachten oder unbedachten Selbstverständnis dessen hervorgeht, was er selbst an fremden oder eigenen Bedürfnissen zulassen kann oder abwehren muss, was er für die Entwicklung und Reifung des Patienten als förderlich, hemmend oder gefährlich erachtet. Daher auch die Forderung, dass der Therapeut in der Auseinandersetzung um Beziehungen weiter ist als der Patient.“[62] Dieses „weiter“ ist wörtlich zu nehmen und meint keinen Idealmenschen[63]. Wir Therapeuten und Therapeutinnen stehen ja selbst lebenslang im Anspruch des Seins, um das es allen Menschen im Grunde geht.
Hicklin spricht weiter, im Zusammenhang mit der Gelassenheit auch von der Muße. Der Beziehungsraum zwischen Analytiker und Patient hat einen zeitlichen und einen räumlichen Aspekt. In Hinblick auf die Zeitlichkeit ist hier ein „Zeit haben für“ gemeint, ein Sich-Zeit-nehmen, durch das der Raum entstehen kann, wo sich Entwicklungsmöglichkeiten zeigen. Diese Muße gehört nach Hicklin grundlegend zur analytischen Beziehung. Denn nur innerhalb ihrer kann ein Zugang zum Hören, Sehen und zur Entfaltung sich eröffnen.[64]
Was Freud die „gleichschwebende Aufmerksamkeit“[65] nannte, sich also ohne aus zu wählen oder angestrengte Aufmerksamkeit, quasi absichtslos und urteilslos dem Gehörten hinzugeben, diese gleichschwebende, geduldige Aufmerksamkeit, die den Raum gibt, den es braucht, ist in der Daseinsanalyse in der fürsorgenden Gelassenheit des Therapeuten und der Therapeutin aufgehoben. Um eine solche gelassene Grundhaltung einnehmen zu können, ist es notwendig, dass der Psychotherapeut und die Psychotherapeutin möglichst gesammelt in die Stunde gehen, d.h., aktuell im eigenen Leben Stattfindendes, Erfreuliches oder auch Belastendes, das sie sehr in Anspruch nehmen könnte, soweit bei Seite lassen zu können, dass eine gelassene Offenheit, dem Klienten, der Klientin gegenüber, ein ganz für ihn oder sie Da-sein, möglich bleibt. Das kann durchaus eine Herausforderung sein.
Die Haltung des Therapeuten und der Therapeutin kann zudem nicht unabhängig vom Setting der daseinsanalytischen Psychotherapie gesehen werden. Die wichtigsten Wesenszüge der Therapie liegen in einem Hinleiten zum Fragen und zum Hören innerhalb einer wachsenden therapeutischen, das heißt tragenden und sicheren Beziehung. Die Ermöglichung dieses Hinleitens eröffnet sich zum einen durch die gelassen- zugewandt offene, allermeist in vorausspringend-befreiender Fürsorge sich zeitigende Haltung des Therapeuten und der Therapeutin.
Die heilende Kraft dessen entwickelt sich zudem mit Unterstützung durch die Weise, wie sich die beiden, am Heilungsgeschehen beteiligten Menschen, das Setting ihrer Stunden vereinbaren. Da ist zum einen die sogenannte (auf Freud zurückgehende[66]) Grundregel, welche die Analysandin oder den Analysanden am Beginn der analytischen Zusammenarbeit auffordert, alles was in den Sinn kommt auszusprechen ohne Auswahl und ohne Rücksicht auf eigene Schamgefühle oder Hemmungen und auch auf den Analytiker und die Analytikerin. Bei Condrau besteht die Grundregel in der Aufforderung der Patientin und des Patienten gegenüber, „sich im Gespräch dem Therapeuten völlig zu öffnen, ihm auch Dinge zu sagen, die diesen selbst angehen, er hat also die Möglichkeit, Liebes- und Hassgefühle, selbst Gerüchte, die er vernommen hat (...) zu äussern...“[67] Die Anwendung der Grundregel, auch das lesen wir bei Condrau, setzt die Couchlage des Patienten und der Patientin, bei der Kopf und Herz auf eine Ebene kommen, voraus. „Denn nicht der Kopf und Intellekt unserer Kranken, viel mehr ihr Herz ist verschlossen und in Angst abgeschnürt“[68], wie Boss das ausdrückt. Bestritten soll hier jedoch nicht werden, dass ein Herz in Angst natürlich das Denken und den Intellekt beeinflusst.
In der Couchlage ist ein Loslassen und Entspannen leichter möglich, was dem Patienten und der Patientin eine rückhaltlose Öffnung erleichtert. Zudem entfällt hier die Chance, aus dem Gesicht und der Haltung des Therapeuten, Regungen und Reaktionen auf das Gesagte abzulesen. Hicklin betont zudem, der Verzicht darauf, den Analytiker „optisch »im Griff« haben zu müssen“, könne auch bedeutsam sein für ein allmähliches Loslassen-Können des Patienten und der Patientin von einer Orientierung an der Umwelt und den anderen.[69]
Die Couchlage erleichtert es, die natürliche aber für den analytischen Vorgang hinderliche, Schamgrenze zu überwinden, denn „sie, erlaubt es dem Patienten, sich als Kranken und Hilfsbedürftigen zu fühlen“, seinen Gedanken freien Lauf, und sich selbst fallen zu lassen“. [70] Natürlich gibt es auch psychische Störungen, wo eine Couchlage nicht, jedenfalls noch nicht günstig ist. Dies nur am Rande.
Auch ermöglicht die Couchlage dem Analytiker, der Analytikerin ein freieres, ungezwungeneres Zuhören. Er oder sie kann sich ganz auf das Vernommene konzentrieren, d.h. gesammelt bleiben und sich auch leichter zurückhalten, gleich etwas zu sagen, wie es die gesellschaftliche Konvention vorsehen würde. Die psychische und physische Freiheit des Analytikers und der Analytikerin ist somit größer, was der Behandlung nur zugute kommen kann.
Lassen Sie mich gegen Ende meiner Ausführungen, nun noch einmal zusammenfassend auf den Begriff der psychotherapeutischen Abstinenz, also Enthaltsamkeit zurückkommen. Wessen enthalten sich Therapeut und Therapeutin hier? Wir haben gehört, dass es gerade die zugewandt-offene Haltung des Therapeuten und der Therapeutin ist, die Klienten und Klientinnen ermöglicht, sich sowohl in die therapeutische Beziehung als auch das Heilungsgeschehen einzulassen. In dieser gelassenen Zuwendung und Offenheit eröffnet sich ein Raum, innerhalb dessen alles sichtbar werden und zur Sprache kommen kann, was den Klienten anspricht und was im Grunde sein Wesen ausmacht. Dieser Raum, der daseinsanalytische Proberaum, wird getragen vom Geschehen, aus dem her beide Partner ihr Sein empfangen und von dem her ein echtes Gespräch erst möglich wird.
Damit dieser Raum sich für unsere Patienten und Patientinnen als heilsam erweisen kann, bedarf es einer bestimmten Haltung, die wir Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im Sinne der Sache einnehmen. Diese Haltung nenne ich den psychotherapeutischen Eros, der gelassen liebende, vorausspringende Fürsorge ebenso umfasst wie die gebotene Zurückhaltung, damit sich die Seinsmöglichkeiten von sich selbst her entfalten und entwickeln können. Diese Zurückhaltung nenne ich die Abstinenz. Sie zeigt sich in der Gelassenheit der Psychotherapeutin und des Psychotherapeuten ebenso wie im Verzicht darauf, eigene Anliegen und Bedürfnisse in die Beziehung einzubringen. Eine stimmige, dem Beziehungsgeschehen geschuldete Weise Nähe und Distanz auszutragen, gehört hier ebenso dazu wie die Widerstandskraft, Provokationen oder Versuchungen, die vom Patienten oder Patientin ausgehen können, auszuhalten, ohne die abstinente Haltung aufzugeben. Die Abstinenz ist keinesfalls eine kalte oder distanzierte, unnahbare oder gleichgültige Form, wie Therapeutin und Therapeut den kranken Menschen „professionell“ begegnen, sie ist viel mehr einer tiefen Liebesfähigkeit geschuldet, die dem anderen Raum gibt und sich nicht so leicht erschüttern lässt. Die Sicherheit und Tragfähigkeit einer gewachsenen therapeutischen Beziehung lässt sich geduldig von dem, was geschieht in Anspruch nehmen. An gebotener Stelle wird allerdings hin und wieder nötig sein, dass der Therapeut oder die Therapeutin dem Klienten oder der Klientin einen Einblick in die Beweggründe dieser Abstinenz, dieser Zurückhaltung gewähren, um ihnen zu verstehen zu geben, dass sie dadurch auf sich selbst verwiesen sind, mit sich alleine, während jemand dabei ist[71]. Diese Zurückhaltung ist ja gerade keine mangelnde Zuwendung, sondern unabdingbar im Sinne des hier umfänglich geschilderten Heilungsverfahrens im Sinne eines Sein-lassens, welches das Wesen hervorruft. In Boss’ kleinem Büchlein von 1962 lesen wir auch:
„In der Psychotherapie gilt es, die Kranken zunächst die ausgebliebene, im Grunde jedoch unerlässliche Erfahrung schützender und unerschütterlicher, dem Eigenwesen des Kranken angemessener Zuwendung an Fürsorge und Liebe nachholen zu lassen“.[72] Eine so verstandene Abstinenz, die unerschütterlich emotionale Zuwendung gibt, sich aber auch zur gebotenen Zeit im Sinne der Sache zurückzuhalten vermag, die also im Seinlassen-Können ruht, das wurde hoffentlich durch meine heutigen Ausführungen klar, gehört zum Wesen des daseinsanalytischen Verfahrens, denn es wäre ohne sie nicht vorstellbar.
Fußnoten:
[1] Vortrag 5. Juni 2020 am philosophischen Institut der Universität Wien im Rahmen der Seminarreihe: Grundlagen der Daseinsanalyse. Semesterthema: Selbstsein und Mitsein – Phänomenologie von Beziehungen und therapeutische Praxis.
[2] Boss: Angst, Schuldgefühle und psychotherapeutische Befreiung
[3] Heidegger: SZ 135
[4] Boss: Grundriß 530
[5] Freud: Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten (Studienausgabe 11) , 214
[6] Staats: Die therapeutische Beziehung 9
[7] Boss: Grundriß 542
[8] Heidegger, Ficker: Briefwechsel, zitiert in Thonhauser: Ein rätselhaftes Zeichen 535
[9] Boss: Grundriss 556
[10] Ebd. 563
[11] Heidegger SZ 42
[12] Boss übernahm diese Beschreibung wahrscheinlich von Carlos Alberto Seguin, dessen Buch „Der psychotherapeutische“ Eros dann 1965 auf Deutsch erschienen ist.
[13] Boss: Lebensangst 58f
[14] Helting: Einführung 32
[15] Heidegger: SZ 34 (Hervorhebung d.d. Verf.)
[16] Ebd.137 (Hervorhebung im Original)
[17] Ebd.
[18] Ebd., 136
[19] Ebd., 134
[20] Heidegger zitiert in Boss: Psychoanalyse und Daseinsanalytik 70
[21] Förster[sic], Vetter: Daseinsanalyse 194
[22] Heidegger: Zollikoner Seminare 59
[23] siehe hierzu Medard Boss: Der Traum und seine Auslegung
[24] Spitzer (jetzt Aigner): Zauberlehrlinge 189ff. sowie Libisch, Spitzer (jetzt Aigner): Daseinsanalyse 108ff. (überarbeitet und gekürzt d. d. Verf.)
[25] Boss: 530 Grundriß
[26] Förster [sic], Vetter: Daseinsanalyse 194
[27] Ebd.
[28] Ebd. 195
[29] Aigner 2019: Franz Kafkas Briefe an Milena Jesenská aus Meran - Daseinsanalytische Bemerkungen zur Geschichte einer Öffnung. Zur Veröffentlichung vorgesehen in: Daseinsanalyse. Jahrbuch für Psychotherapie, Psychosomatik und Grundlagenforschung (2019) Aus diesem Beitrag, wurden Teile des vorliegenden Kapitels überarbeitet und übernommen.
[30] Helting: Einführung 74
[31] Ebd.
[32] Ebd. 148
[33] Hicklin: Begegnung 31 (Hervorhebung im Original)
[34] Helting: Einführung 148
[35] Heidegger: SZ 122
[36] Ebd. (Hervorhebung im Original)
[37] Ebd. (Hervorhebungen im Original)
[38] Helting: Einführung 155
[39] Boss: Einführung in die psychosomatische Medizin 67
[40] Heidegger: HB (GA 9) 316.
[41] Wucherer-Huldenfeld: Ursprüngliche Erfahrung 456
[42] Helting: Einführung 162
[43] Seguin: Der therapeutische Eros (auf Deutsch erschienen 1965)
[44] Boss: Grundriß 560
[45] Libisch, Strobl: Psychotherapeutische Diagnostik in der Daseinsanalyse (Noch unveröffentlichter Textbeitrag, der demnächst im Rahmen des Herausgeberbandes „Psychotherapeutische Diagnostik“ im Springer Verlag zur Erscheinung vorgesehen ist. Der Text liegt der Verf. vor.)
[46] Helting: Einführung 130
[47] Libisch, Strobl: Diagnostik (noch unveröffentlicht)
[48] Helting: Einführung 151
[49] Nykl: Beziehung im Mittelpunkt der Persönlichkeitsentwicklung 16
[50] Ebd. 16f
[51] Helting: Einführung 163
[52] Boss: Grundriß 564 (Hervorhebung im Original)
[53] Heidegger: SZ 124
[54] Ebd. 125
[55] Reck: Anspruch 46
[56] Seguin zitiert in Condrau: Freud und Heidegger 267
[57] Ebd.
[58] Boss: Lebensangst 58f.
[59] Ebd. 59
[60] Reck: Mögliche Beziehungen (noch unveröffentlicht)
[61] Helting: Einführung 212
[62] Hicklin: Haltung 191
[63] Ebd.
[64] Ebd. 194f
[65] Freud: Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung 171
[66] Freud: Zur Einleitung der Behandlung 194
[67] Condrau: Freud und Heidegger 286
[68] Boss: Lebensangst 55
[69] Hicklin: Haltung 196
[70] Condrau: Freud und Heidegger 287
[71]Reck 2019, 15
[72] Boss: Lebensangst S 57
Literaturliste:
(kursiv: unmittelbar zur Veröffentlichung anstehende Texte)
Boss, Medard: Einführung in die psychosomatische Medizin. Verlag Hans Huber: Bern, Stuttgart 1954
Boss, Medard: Psychoanalyse und Daseinsanalytik. Hans Huber: Bern 1957
Boss, Medard: Lebensangst, Schuldgefühle und psychotherapeutische Befreiung. Hans Huber: Bern 1962
Boss, Medard: Der Traum und seine Auslegung. Kindler TB Verlag: München 1974
Boss, Medard: Grundriß der Medizin und Psychologie. 3. Auflage, Hans Huber: Bern 1999
Condrau, Gion: Sigmund Freud und Martin Heidegger. Daseinsanalytische Neurosenlehre und Psychotherapie. Universitätsverlag Freiburg: Schweiz und Verlag Hans Huber: Bern 1992
Freud, Sigmund (1997): Ratschläge für den Arzt bei der psychoanalytischen Behandlung. Ersterscheinungsjahr 1912. In ders: Schriften zur Behandlungstechnik. Studienausgabe Ergänzungsband, 5. korrigierte Auflage, Fischer: Frankfurt a.M. 1997 169-180
Freud, Sigmund: Zur Einleitung der Behandlung (Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse I). Ersterscheinungsjahr 1913. In ders.: Schriften zur Behandlungstechnik. Studienausgabe Ergänzungsband, 5. korrigierte Auflage, Fischer: Frankfurt a.M. 1997 181-203
Freud, Sigmund (1997): Erinnern, Wiederholen, Durcharbeiten (Weitere Ratschläge zur Technik der Psychoanalyse II). Ersterscheinungsjahr 1914. In ders.: Schriften zur Behandlungstechnik. Studienausgabe Ergänzungsband, 5. korrigierte Auflage, Fischer: Frankfurt a.M. 1997 205-215
Förster [sic], Hans-Dieter u. Vetter, Helmuth: Daseinsanalyse. In: Psychotherapie – Schulen und Methoden. Eine Orientierungshilfe für Theorie und Praxis. Hrsg: Gerhard Stumm und Beatrix Wirth. Falter Verlagsgesellschaft: Wien 1994 193 -196
Heidegger, Martin: Über den Humanismus, in ders.: Wegmarken. Gesamtausgabe Band 9, Vittorio Klostermann: Frankfurt am Main 1976 313 – 365
Heidegger Martin: Sein und Zeit. 17. Auflage. Niemeyer: Tübingen 1993
Heidegger, Martin u. Ficker Ludwig von: Briefwechsel 1952-1967, Hg. Matthias Flatscher, Clett-Kotta: Stuttgart 2004
Heidegger Martin: Zollikoner Seminare. Hrsg. Medard Boss. 2. Auflage, Vittorio Klostermann: Frankfurt am Main 1994
Helting, Holger: Einführung in die philosophischen Dimensionen der psychotherapeutischen Daseinsanalyse. Shaker Verlag: Aachen 1999
Hicklin, Alois: Begegnung und Beziehung. Ein Versuch, zu umschreiben, was Frei-sein in Beziehungen sein könnte. Benteli: Bern 1982
Hicklin, Alois: Von der unausweichlichen Situation des Menschen, in Beziehung zu stehen, und der Schwierigkeit, in ihr frei zu sein. In: Daseinsanalyse 1/1984 245-263
Hicklin, Alois (1993): Die psychotherapeutische Haltung. In: Daseinsanalyse 10/1993 189-202
Libisch, Stephan u. Strobl, Roland: Psychotherapeutische Diagnostik in Daseinsanalyse (noch unveröffentlicht, aber zur Erscheinung vorgesehen im Band „Psychotherapeutische Diagnostik“, herausgegeben von C. Höfner, 1.Auflage, Springer Verlag 2020
Libisch, Stephan u. Spitzer (jetzt Aigner), Charlotte (2019): Daseinsanalyse. In: Grundlagen der Psychotherapie. Hg. Markus Hochgerner, 1.Auflage 2018, Facultas Verlag: Wien 108-117
Nykl, Ladislaw (2005): Beziehung im Mittelpunkt der Persönlichkeitsentwicklung. Carl Rogers im Vergleich mit Behaviorismus, Psychoanalyse und anderen Theorien. Mutter-Kind und andere Beziehungen. Erschienen in der Reihe: Personenzentrierte Ansätze in der Kommunikation. Bd.1. Lit Verlag: Wien 2005
Reck, Johann Georg (2019): Mögliche Beziehungen in einer gemeinsamen Welt.
Noch unveröffentlichter Vortrag an der Universität Wien im WS 19/20 in der Vorlesungsreihe „Grundfragen der Daseinsanalyse“, welcher der Verfasserin vorliegt und zur Veröffentlichung im Jahrbuch Daseinsanalyse 2019 vorgesehen ist.
Reck, Johann Georg: Anspruch und Entsprechen von Kunst, Gemüt und Religion. Besinnung aus daseinsanalytischer Sicht. Herausgeber Dr. Tamás Fazekas, Manus: Wien 2011
Staats, Hermann: Die therapeutische Beziehung. Spielarten und verwandte Konzepte. Aus der Reihe Psychodynamik Kompakt, hg. von Resch, Franz und Seiffke-Krenke, Inge. Vandenhoek & Ruprecht: Göttingen 2017
Seguin, Carlos Alberto: Der psychotherapeutische Eros. Hans Huber: Bern 1665
Spitzer (jetzt Aigner), Charlotte (2013): Die Zauberlehrlinge des Seins. Suchtverständnis und Suchtbehandlung vor dem Hintergrund der psychotherapeutischen Daseinsanalyse. In: Rausch. Wiener Zeitschrift für Suchttherapie, 2. Jahrgang, Heft 4, 2013 289-297
Thonhauser, Gerhard: Ein rätselhaftes Zeichen. Zum Verhältnis von Martin Heidegger und Søren Kierkegaard. De Gruyter: Berlin Boston 2016
Wucherer-Huldenfeld, Karl Augustinus: Ursprüngliche Erfahrung und personales Sein, Band 1, Böhlau, Wien 1994
Copyright Charlotte Aigner, 5. Juni 2020
English Version:
Of psychotherapeutic Eros
The existentials of being-with and care in particular with regard to the abstinent attitude in Daseinsanalytic psychotherapy [1]
Ladies and gentlemen, dear colleagues,
almost 60 years ago one could hear about “psychotherapeutic Eros” here at the University of Vienna. In fact, one of the founders of Daseinsanalyse, the psychiatrist Medard Boss, spoke at the 5th International Congress of Psychotherapy on the subject: Anxiety, Feelings of Guilt and Psychotherapeutic Liberation [2]. In doing so, he presented the Daseinsanalytic approach to anxiety and feelings of guilt in comparison to psychoanalysis because Daseinsanalyse understood itself from the very beginning as a further development of psychoanalysis.
That was a long time ago, you might think. Yes, that's right. A lot has changed and developed in psychotherapy since then. The sector of psychotherapeutic sick and curative treatment has become enormously differentiated and a number of directions, schools and side branches that can no longer be overlooked have developed. There is a psychotherapy law in Austria, in which the training and professional duties are precisely regulated. In general, everything in our contemporary world is regulated, institutionalized and calculated. The profession of psychotherapist has not been spared.
Such an old lecture, published in a small booklet in 1962, can it still tell us something today? We always want to be at the cutting edge of research, work legge artis, and in our professional field, too, attempts are being made more and more often to adapt to the scientific worldview.
The analysis of existence seems to lead a small, strange island existence in the whole din of empirical testing, evaluation, academization, bureaucratization, (natural) science. Somehow Daseinsanalyse resists the temptation of “arithmetic thinking”, for which everything is just stock that can be used for calculations: human beings, animals, the environment. Analysis of existence is a recognized psychotherapeutic direction in Austria, but only a few decide to train in this form of therapy, which works phenomenologically and hermeneutically, requires a lot of involvement with the philosophy of Martin Heidegger and proclaims fewer certainties than is practiced in seeing, asking, listening. A form of therapy that wants to treat people according to their nature and pays attention to how things show themselves, i.e. turns to the being of beings.
Don't get me wrong, everything is justified and the existential analysts have often completed academic training before or alongside the specific subject. They submit health insurance applications for their patients and use the ICD-10, the international diagnostic manual, to diagnose the associated applications, which contains a combination of letters and numbers for each disorder. Daseinsanalysts also read the latest specialist literature and attend congresses. When you are in Rome, you have to do like the Romans. That's not wrong at all, we are all children of our time, "thrown" -
as Heidegger calls it [3] - into this historical epoch with all its challenges and phenomena. Through our way of looking at things, however, we rise above all of this to be able to look deeper. We trace the essence of things by accepting the existing phenomena, being addressed by them and, at the same time, trying to correspond to this encouragement.
An older text can also appeal to me, because where something essential is expressed, we are already in the middle of being with things in a common world, in the middle of the presence that we ourselves are. Philosophy reveres its old books because truth is expressed in them. For truth, understood as the unconcealed, has no expiration date.
It is almost 60 years ago that Medard Boss spoke here of "psychotherapeutic Eros", and thus named the attitude of the Daseinsanalyst towards the patients, an attitude that stems from the daseinsanalytic understanding of human illness and health. In anticipation, I could say that this attitude consists of different ways of corresponding to the encountered person: letting them see, letting them hear, letting them appear, namely, what wants to show itself. In order for this to be possible and the space for it to be created, it is necessary to step back a bit and hold back with one's own expectations, needs, opinions, sensitivities or even proposed solutions, in the sense of the matter, which means in the sense of the nature of this person who has come to our practice. Because this being is what should gradually come to light, so that man can free himself to his very own possibilities of being. This is much more than just treating symptoms.
Today I would like to turn to the special phenomenon of the psychotherapeutic relationship, because it is the core, "the place", as Medard Boss writes in his outline of medicine and psychology [4], where healing, recovery and recovery occur. Sigmund Freud, to whom Boss often refers in his remarks on this, drew attention to the central importance of this relationship and called it a playground [5].
Daseinsanalyse speaks here of a therapeutic rehearsal room, where everything that comes to mind can be expressed, spoken about and allowed to be.
The psychotherapeutic relationship is regarded as a central feature in almost all schools that exist today, even if the understanding of this relationship may vary [6]. In Daseinsanalysis, for example, we do not speak of transference and countertransference, because what is essential in the interpersonal relationship does not appear phenomenologically as something that is merely transferred or countertransferred [7]. Consequently, we also think that the feelings shown towards the therapist are really about and related to the therapist. I will come back to this in more detail later.
In the analysis of existence, the relationship between the analyst and the analysand is of essential importance for the process of healing or self-liberation. Today I would like to speak about the nature and special features of this relationship, and I would also like to give plenty of opportunity to say a lot to various colleagues from the Zurich and Vienna Daseinsanalytic Schools. Looking ahead to my remarks, I can already say at this point that the therapeutic relationship in Daseinsanalysis shows itself to be a love relationship. In doing so, however, I presuppose a certain understanding of love that derives from the existential care. I understand love in this way as actual or original love. There is a beautiful passage about this in a letter from Martin Heidegger to Ludwig von Ficker, which points to the therapeutic power of love (I quote):” Probably the deepest interpretation of what love is is found in Augustine, in the
words: amo volo ut sis, I love; that is, I want what I love to be what it is. Love is letting be in a deeper sense, according to which it evokes the nature [of the other].” [8]
This special way in which love is carried out in the psychotherapeutic relationship and the special role of the therapeutic agent is to be understood from the point of view of what the "goal", or even better, the concern of psychotherapeutic Daseinsanalysis is, namely the liberation to actual selfhood. All psychotherapeutic measures have "only one and the same goal [...], "to give the patient back the free disposal of the possibilities of perception and correspondence that are given to them and that make up their existence" [9], writes Medard Boss, for example.
Dasein is the perceptively open place of appearance for the presence and the unfolding of all circumstances that appeal to it and that are possible for it. If a person realizes this and is able to face and stand up to what is shown and spoken to, and to respond to this encouragement in an independent and responsible manner, then he is found to freely carry out his very own attending and compliance to the possibilities of healthy existence [10]. However, not only the sick person, no, each of us, so we all, are entitled to free ourselves to actually be ourselves, which means to freely fulfill our own possibilities of being, i.e. to live, to be as we basically are , everyone in his own way, “jemeinig”, as Heidegger says, which means that our existence is about this itself [11].
To support the mentally ill person in this liberation to actual selfhood, to provide him with the space that is needed to make this possible, that is what Daseinsanalytic psychotherapy is all about, and this also results in an attitude that I share and with Boss [12] call the "psychotherapeutic Eros. This "has [...] to be characterized by an otherwise never practiced selflessness, self-discipline and reverence for the partner's own nature, which is neither accommodating, nor indifferent, nor hostile behavior of the analysand in its stability and permanence.[“ 13]
However, before we can take a closer look at what has just been said and see what is beneficial about this attitude on the part of therapists, I would like to explain the basics of the understanding of people and therapy by Daseinsanalysis and also take a closer look at the nature of the therapeutic relationship. For this I will
1) outline briefly what is to be understood by Daseinsanalyse as a psychotherapeutic procedure and how this procedure is based on Martin Heidegger's philosophy.
2) to clarify the question of what human being-in-relationship originally is, explaining two essential traits of existence, which Heidegger called existentials, namely care and being-with, and in doing so emphasize love in particular as an excellent way of caring and caring for one another.
3) Against this background, I turn to the psychotherapeutic relationship from a Daseinsanalytic point of view and consider what requirements and challenges arise from this for a continent, abstinent therapeutic attitude.
1. What is psychotherapeutic Daseinsanalysis?
Basically, it is about an attitude which, according to Edmund Husserl, would like to advance “to the things themselves” [14] and which was further developed by Husserl’s pupil Martin Heidegger and formulated as a phenomenological maxim in the following way: “What shows itself, so let it be seen from itself as it shows itself” [15]. Daseinsanalyse sees itself as a phenomenological-hermeneutic and psychotherapeutic school of thought, attitude and practice that is deeply rooted in Martin Heidegger's philosophy, which asks about the being of beings and about the meaning of being and the way this questioning to understand human existence in its essence seeks. The concept of Dasein used by Heidegger is substituted for the concept of the psyche. This is based on the attempt to question modern subject thinking and instead to obtain a more appropriate view of human nature that does justice to the actual phenomenon.
The human being is interpreted as Dasein, which essentially constitutes itself in its openness towards the world. Dasein is open to the world, is being-in-the-world, i.e. this "opposite" is not understood in the sense of a subject- object relationship but as "being-in". Being this there, standing with this one's own there, also being there for "things" and "fellow people", that is what existence is essentially about.
This being is not a thing, not even a being; it is rather an event that takes place, a presence. It is therefore to be understood transitively.
Dasein is disclosed to itself in moods, that is, in the way in which it is in its there. "A mood has always already opened up being-in-the-world as a whole and makes it possible to set oneself up ... in the first place," writes Heidegger in Being and Time [16]. The word "Weise" also sounds like an old name for a song which always rings out in a certain mood [a tune]. Mood is understood as the way you feel. In its mood, Dasein becomes approachable and touchable. It is concerned, addressed by world [17]. Our mood determines the way we open to the world. When we are sad, for example, we are open to completely different things than when we are bored, amazed or afraid. In the mood of depression, on the other hand, existence is blind to itself, the environment, and contemporaries for which it is concerned and cared for are veiled. For example, Daseinsanalyse speaks of a depressive mood, in contrast to the mood of sadness and melancholy.
Even if Dasein is "safe" in believing its "whereto" or thinks of knowing its “wherefrom” in a rationally enlightened way, none of this takes anything away from the phenomenal fact that mood brings Dasein before the that of its there, as which it is stares at him as an unrelenting enigma,” we read in Being and Time. [18]
This phenomenon that we have to be determines the burden character of existence. This burdensome character is particularly evident in certain moods, for example, in fear, in emptiness and being held back in deep boredom or in persistent, even, insipid indifference. These are moods that we would like to escape from, drive away and distract ourselves from. However, even in such an evasion, the burdensome character intended by Heidegger still resonates. He writes: “And again, elation can relieve the manifest burden of being; this mood possibility also opens up, albeit relieving, the burdensome character of existence” [19].
Another characteristic of being-attuned-in-the-world is to be understanding, which means that Dasein understands its being. Man can understand himself directly and also his fellow men and things he encounters. He can understand in the "unity of the there, in the world-openness of his horizons", which man as existence is "according to his "ecstatic" constitution." [20 ] These three basic traits of being-there are carried out together in temporally constituted concern as an attuned, understanding being-by. Other such basic structures that are inherently associated with existence, called existentials by Heidegger, are corporeality, being with other people, spatiality, temporality and mortality, to name just a few.
The essential features of the Daseinsanalytical understanding of the human being, world and illness form the basis of how Daseinsanalysis can be viewed, addressed and guided by the phenomena. What is revealed is interpreted phenomenologically in terms of its own meaning and is always related to the whole of a life story. Of central importance for therapeutic work is "the foresight of the »whole«, healthy person" [21] said Martin Heidegger at the so- called "Zollikon Seminars" that took place in Medard Boss' house on Lake Zurich, in the sense that when we are dealing with disease, we are really dealing with health, "in the sense of missing health that can be regained” [22].
In Daseinsanalytical psychotherapy, the factual, i.e. the actual execution of being-in-the-world comes into focus. It is not about the strivings behind these phenomena, but about the phenomena themselves.
A fundamental component of Daseinsanalytic psychotherapy, which takes place several times a week while lying down, is the interpretation of dreams [23], which I can only mention here in passing. Here only what is shown is left and no symbolic interpretation is undertaken, but the events present in the dream are interpreted phenomenologically and hermeneutically [24].
The development that the patient has been able to complete in his life up to now is "disturbed", i.e. restricted with regard to the originally designed free implementation of his very own possibilities in their discharge. Consequently, therapy is about freeing these possibilities and leading to a freer existence. These limitations or restrictions show up in neurotic, psychosomatic and psychotic disorders. “It is the analysand's task to get involved in the emerging relationship with the therapist in order to mature in it” [27] Förster [sic] and Vetter go on to write about the task of the therapist that it is: “1. to get an insight into the lived and bodily realization of those possibilities given to the human being, which are constitutive for his being and which Heidegger called “existentials”, and 2. to correspond to the developing relationship to the analysand.” [28]
So much for the brief outline of the history, the philosophical foundations and the psychotherapeutic method of Daseinsanalysis. With a special focus on love, let us now turn to the existentials, the fulfillment of which creates the possibility of human, personal relationships.
2. Understanding relationship on the basis of caring about and being-with, and further the question of how, based on this, the phenomenon of love can be understood.
We have heard that Dasein's being is concerned with itself. This is expressed in the mode of temporal concern. [29] The three existential structural moments of feeling, understanding and being-at are carried out in caring about in different ways, but in a fundamental existential trait. Man is not indifferent to his being. Even if he tries to shut himself off from it, he is still fundamentally concerned about his being, even if in such a case in an averted, evasive way, because man is essentially determined through the caring about. However, this does not mean egoism or an encapsulated ego, because human existence as being-in-the-world is always already determined by being with others. Existence is essentially also being-with. Being-with, we will hear about it in a moment, is also an existential, that is, a basic trait of the human being. This means that caring about one's own existence is always caring about the existence of others [30].
Caring about becomes evident in the timely fulfillment of Dasein; it is temporally constituted. In being, existence comes back to itself and what has been is revealed in this. In being-with the present opens up and in understanding designs the future. Caring about takes place in dealing with things with care and in being caring with others. In actual caring about, Dasein is concerned with the "future of what has been, which is being decided in the present."[31] This is particularly important in and through therapy.
Let us now turn to what we mean by being-with. As has often been emphasized, what is at stake here, equally original and synonymous with the other existentials, is the essentially developed relationship with fellow human beings that makes human beings human in the first place. What does that mean? Dasein is essential for the sake of others, as “an openness that takes care of itself, or “clearing” in which beings can be present” [32]. This openness of existence does not mean an encapsulated sphere of the individual human being, but we are always already out there in the world and with our fellow human beings. "Rather, man is not at all, except as someone who is 'in relation'" [33], as Alois Hicklin puts it in a nutshell. Our openness is essentially constituted by the relationship to other fellow human beings and is originally to be understood from this relationship. "Being-with" is not a phenomenon of consciousness, but a way of being." [34]
But how are we with the others? How do we accomplish being with others? We have heard of caring about. It means the way we deal with what we encounter and correspond to it. It can be things or other people. Heidegger describes the act of dealing with other people as caring for [Fürsorge]. The understanding of this caring is fundamental to the Daseinsanalysis and the therapeutic relationship, since it is about the way caring is carried out in being-with, that is, the way we are with others and care for one another. In Being and Time there are two forms of this caring approach to fellow human beings, which Heidegger calls two extreme modes of positive caring, namely interventional and way- making caring for, and he points out that between these extremes there are many mixed forms of caring interaction with one another. [35]
So how do these two kinds of caring for differ? In the case of intervening, also called dominating care, a person relieves the other person of his problems if possible, stepping in for the other and giving no room for him to take on his own responsibility and the challenge that could match the actual way what the encounter poses to him. In this way, his own opportunities are not promoted. In Being and Time, Heidegger writes quite clearly on intervening care: “It can, so to speak, relieve the other of the “caring about” and putting itself in his place in caring about, stand in for him. This caring does what needs to be taken care of by the other. The latter is thrown out of his place, he resigns in order to subsequently take over what he has to worry about as something readily available, or to completely relieve himself of it.” [36]
A completely different way of caring for when dealing with fellow human beings is way-making, also called liberating, caring for. In Being and Time we read that caring for that makes way is a way of being-with which "does not stand in for the other so much as anticipate him in his existential ability to be, not to relieve him of the 'caring about', but only actually to give [it] back as such (...) This caring for (...) helps the other to become transparent in his caring about and to become free for it". [37]
Here it becomes clear how important this understanding of way-making, liberating caring is for the practice of psychotherapy, since it is about liberation to actual selfhood. In every therapy session, psychotherapy gives clients the opportunity to question their previous ways of life, safely and securely in the therapeutic relationship, and gradually to let their very own possibilities emerge. In the relationship with the psychotherapist, space is granted within which the client can experience who he or she is. In way-making, one grants another the nurturing openness needed for that other to come back to himself. In this way, new possibilities of being can open up to him, but also painful things, things that have not yet been successful, and things that are still restricted for his free execution can be shown in a trusting manner. For whatever may appear, he will not be deprived of human care. [38] Of course there will always be situations in psychotherapy where the only option at the moment is to step in, but this should only happen as often as necessary.
How can the previous explanations relate to the phenomenon of love?
We have heard that in the existential of being-with, man is fundamentally involved in being with other people. Being- with is an essential part of being human. Love as a way of caring for in being-with knows diverse forms of its implementation. In Medard Boss, for example, the following statement can be found: "Rather, "caring about" is to be the title for any kind of human relationship to the world and includes all humanly possible relationships to everything that is, to everything material, everything human and everything divine [...] Yes, it is precisely love that corresponds so perfectly to "caring about" in the fundamental ontological sense that all other human referential possibilities are to be understood as their more or less concealed modifications. Anything that is can only unfold in its full essence as a loved one.”[39]
In his “Letter on Humanism,” Martin Heidegger writes very similarly:
"[To] accept a 'thing' or a 'person' in his nature [Wesen], that is: to love him: to take to [mögen] him. This taking to
[Mögen] means, more originally thought: to bestow his essence [as a gift].” [40]
Loving in this sense makes something possible, namely allowing the other to become visible in his or her own being. Loving is therefore also letting go. This letting arises from the serenity of being to which we commit ourselves in the process of loving and is therefore an event. The mystery of love, that which eludes us and yet gives us so richly a gift, is intangible and inconspicuous in its utmost depth, but an event, an event in a relationship that bears fruit if you succeed in entrusting yourself to it and letting it be.
The following passage can be found in Augustinus Wucherer-Huldenfeld:
"The closer people come to each other in personal connection, the more they can realize that their existence for each other (precisely in the diversity and otherness of the origins they have given them) is a reference to this unfathomable mystery of origins that they share [...]
They can only give each other freedom, let themselves be, and be there for each other by accepting each other out of their common, unavailable origin in their interrelatedness, and only in this way is an (equal) you-you relationship possible.” [41 ]
The “difference” and “otherness” we are talking about here also comes up again in Heidegger's Hölderlin interpretations. Hölderlin says that going abroad precedes any feeling of being at home. We become aware of the hidden region of origin of our own through the encounter with the other. In the encounter with the diverse and different nature of the other person, in a real conversation, where both speak to each other of something that they don't do, from which they let themselves be born along [tragen], people and also the lovers first realize what is their own, and what is their own is calm enough to let the one or the other be [42].
But it also takes luck, in the sense of good fortune. We can't make real encounters, real conversations and love. They all speak to us subtly. This is nothing abstract, because the person we love and who loves us, who sees and accepts us in our nature, accepts our otherness and grapples with us because they do not give up or reveal their own nature, remains alive stretched out with us in being together in the world, in a common and yet each in his own world, which shows a tendency towards the open as well as to a sheltering preserving. This is the breathing movement of love and of genuine conversation, which in their eventful core are a being addressed and a corresponding of two people opening themselves to this event. What does this mean for the psychotherapeutic relationship and attitude?
3. The significance of the previous explanations for the therapeutic relationship in Daseinsanalyse and what results from this for the attitude of the psychotherapist.
Actually, it was probably Carlos Alberto Seguin from whom Boss probably took the expression of "psychotherapeutic Eros". In a book published in 1965 with the same title, the latter named the attitude that is shown by the special way in which love is shown in the therapeutic relationship as "psychotherapeutic Eros" [43].
This love, which is basically a conversation, can open us up, help us to overcome restrictions in our world relationships. This applies to all forms of love, but to therapeutic love in a very special way that is now to be practiced. It is able to open up this space for the patient to become aware of what is his own by being a letting-be. Precisely when the therapist is calmly involved in the therapeutic relationship in a forward-thinking and caring manner and corresponds to the development of this relationship, that trusting, caring atmosphere arises that enables the patient to show himself and to permit the previous way of life to become questionable. They experience healing as they develop in a supportive and secure relationship with the therapist, becoming more and more who they really are. Daseinsanalysis is an opening procedure, a process of making visible, of allowing new possibilities of being to appear. It is about an expansion of the world and the references that are oriented in it and according to it.
Medard Boss describes the distinctive way in which the therapist is there for the analysand, which is distinguishable from all other types of relationship, “that hardly any other person in his or her adult life is like an analysand—no matter the theoretical school his analyst may belong to—experiences an even, approximately equal, unshakeable, benevolent, interested, “indiscretion-free” devotion from a mature and free partner, namely the analyst, for months and years.”[44]
This partner, whom Boss describes as mature and free, and whom I would like to describe—in my opinion, more appropriately—as more mature and free, is the analyst who has undergone an extensive and thorough teaching analysis and is therefore already lives a bit more from their own essential nature. Being together in this way, it makes sense, is already a considerably effective and healing experience for many people who have been lonely from an early age and are caught up in the limitations of their world connections.
With regard to the relationship in psychotherapy, I would now also like to deal with the phenomena referred to as transference and countertransference from the point of view of Daseinsanalysis. The transference, i.e. what is shown in the therapeutic relationship in the form of feelings on the part of the patient in relation to the therapist, does not mean something from previous experiences, from an innermost part of the patient, however understood, that has been transferred to the therapist, the therapist herself, because it is she who is now in relationship with the patient, and, in the space of appearance of the togetherness of both, these impulses of the patient show themselves towards the therapist. The patient behaves in the relationship as he or she is able at this point in time, and at first it will be in the usual way. Nonetheless, these are real interpersonal phenomena that herald the opening of new possibilities for relationships. [45] In order for the patient to open up these new possibilities for relationships and being in general and for him to be able to take hold of them more freely, space is needed that the psychotherapist’s attentive and relaxed openness allows and in which new relationship possibilities can emerge. It is important that in the phenomenological basic attitude of Daseinsanalysis that which shows itself from within can also be seen and understood from within and cannot be traced back to something else. This means not reinterpreting the feelings of love and hate that are brought towards the therapist, but rather accepting them for what they are, i.e. “taking them at their word.” [46] In the relaxed and open way like When the therapist encounters the client, such feelings are accepted for what they are. Through the unprejudiced acceptance of what has been said and this behavior by the therapist, it can come up in the therapeutic conversation. The demonstration of limitations and inhibitions in the formation of relationships by the client is not only not limited in therapeutic work compared to a freer, more mature and more natural behavior in the encounter with the therapist, but is actually made easier. [47]
On the other hand, the feelings that the analyst shows in the session, the moods that arise towards the patient, that is, what is commonly referred to as countertransference, are also an important indication of what has not yet been expressed but is atmospherically present. The "reading" of these feelings and memories arising in the therapist during the analysis is an important instrument for understanding the world of the client and his or her momentary state of mind, but also one's own being-with the patient as it is happening. It is precisely this that enables the therapist, who has been strengthened and trained, "self-experienced" through his or her own teaching analysis, to show the patient a reliable, safe, patient openness in which he or she can allow his or her previous being-in-the-world and being-with-humanity to become a question. This openness also includes the therapist experiencing their feelings authentically, i.e. allowing anger, boredom, tension, which can arise, as well as joy, consternation or other emotions of any kind, because that is what being relaxed means, namely to let it come as it comes and to recognize this, as it comes and happens, in its being. The dreams that the therapists have about their clients are also part of this. In this way it is and becomes visible to the therapist what atmospherically appears here and can be helpful for the therapy. It is precisely this being let in by the therapist into what appears that makes it possible for the client to experience genuine human togetherness in the protective space of the Daseinsanalytic rehearsal world, where everything is allowed to show itself and to be that which promises itself. [48]
Let us now look at the attitude of the psychotherapist that is required for this to be possible. First of all, let me take a comparative look at another school of psychotherapy whose concept of relationship became very influential in understanding the psychotherapeutic relationship. I'm talking about person-centered psychotherapy and its derivatives. Carl Rogers already described three variables in 1957, respectively, relationship aspects that he considered necessary and sufficient for personal growth (even in non-therapeutic relationships, by the way). These are:
- conducive authenticity (or congruence)
- unconditional positive regard or acceptance - and empathic understanding. [49]
These variables, later called dispositions by Nykl, are not understood as constant attitudes, but rather stand in a fluid relationship to one another. [50]
Now no one would seriously want to doubt that conducive genuineness, unconditional positive regard or acceptance, as well as empathic understanding are very helpful for the growth of the individual or even both in relationship. Since Daseinsanalysis, as a phenomenological-hermeneutic psychotherapeutic school, inquires about the phenomena themselves, that is, about the essence of what shows itself, we try to understand such concepts more deeply, and from our point of view we would understand conducive genuineness as the being-so [So-sein] of the therapist, who is humanly involved in the relationship with the client and stands in the claim of their being and of what shows itself in the hour, precisely as the person he basically is. In being with the client, the therapist allows himself or herself to be born along by what is happening and to exist essentially. Namely: "In the freely grasped, very own letting be of others in their otherness, the human being exists according to his essence" [51]. This is according to Helting Heidegger's basic thought about the human relation. Congruence or conducive authenticity in the sense of Rogers would correspond to a serene basic attitude in Daseinsanalysis that can allow the patient be in his or her own nature, which is only possible because the therapist is also able to have this serene basic attitude in his or her own existing. For this is the prerequisite to enable a "letting be" of the other person in the therapeutic attitude, which in turn is also echoed in Roger's positive attention and acceptance. It seems important to me to point out here that an attitude, if it is to be true, alive and free, must not be taken on like a mask or pose, but should correspond to the free, mature human being, which, however, does justice to the requirements of the healing process. The attitude of the psychotherapist should help to create a common ground in the relationship, on the basis of which a real conversation becomes possible, within which both can agree on common things from the matter itself. In this case, instead of silence, a hint or a question, a remark or even just an astonished "Ah!" may be appropriate at the appropriate moment, as well as the important, because opening, question "Why not?" recommended by Boss instead of asking "Why?"[52].
Finally, I would like to take up the word empathy, which is written in capital letters everywhere Rogers speaks of empathic understanding. As in the case of transference, the question to be asked here is whether it really corresponds to the present situation that one subject's inner being empathizes with another? Aren't we always already outside in a common world with things and other people, and aren't we essential for the sake of others? Daseinsanalysis does not speak of empathy, but of caring being with others. In Being and Time, Heidegger calls it the "phenomenon not exactly happily referred to as 'empathy'"[53] and explains: "'Empathy' does not first constitute being-with, but is only possible on the basis of it..."[54] . Reck is also right in saying that empathy means “walking through the world of the other with him/her, which means for both of them the greatest possible opening and meeting in this now shared world.”[55]
Finally, I would like to take up the word empathy, which is written in capital letters everywhere Rogers speaks of empathic understanding. Similar to transference, here too the question is to be asked whether it really corresponds to what is present that a subject-inside empathizes with another? Are we not always already outside in a common world with things and other people, and are we not being for the sake of others? Thus, Dasein analysis speaks not of empathy, but of caring being with others. In Being and Time, Heidegger calls it the "phenomenon not exactly happily called ‘empathy’" [53] and elaborates: "'Empathy' does not first constitute being-with, but is only possible on its basis..." [54]. Reck, too, correctly thinks that empathy means to enter the world of the other "with him, which means for both of them a greatest possible opening up and meeting in this now common world." [55]
In caring dealings with others, understanding is also considered from the ground up, because temporal care itself, as a caring way of being in relation to others, is an existing, understanding being-with. Seen in this way, there is no need for intentionally understanding empathy with another human being, because Dasein by its very nature is already an understanding one.
We have already heard a lot about the different ways of caring togetherness in which the attitude of the therapist manifests itself in the therapy room and I would now like to bring to mind some aspects of this attitude that I think are important and that already add to what was said at one point or another.
Medard Boss, but also Gion Condrau and Alois Hicklin, who, alongside the philosopher Martin Heidegger, are fundamental physicians and therapists for Daseinsanalysis, all often refer in their publications to a book by the Peruvian psychiatrist Carlos Alberto Seguín that was published in 1965 and bears the title: The Psychotherapeutic Eros. It had been his concern that concepts of transference and countertransference should be replaced by a definition more appropriate to the phenomena [56]. He wanted to fundamentally understand the relationship between both partners in psychotherapy. Condrau believes “that the psychotherapist’s love for his patient is a love affair” and quotes Seguín as saying that this is a love “that must not be confused with any other kind of interpersonal love. It is a new and unique way of loving that deserves a name of its own. We call this love "psychotherapeutic Eros"". [57] Medard Boss described this eros three years earlier. He thinks it is: "Characterized by an otherwise never practiced selflessness, self-restraint and reverence for the partner's own nature, which can be disturbed in its stability and permanence neither by an accommodating nor by an indifferent nor by a hostile behavior of the analysand." [58]
This allows the patients to gradually gain the confidence to slowly open themselves to the world and thus to life again, to expand and to discover buried impulses and strivings in the protection of the therapeutic rehearsal room, to try them out, to appropriate them and thus to a freer way of life to find. [59] This attitude of the psychotherapist, lived out in the manner of anticipatory, liberating caring, is what we call an attitude of abstinence, understood as being together in emotional caring in the sense of the development of the patient. [60] This modest way of giving attention is also expressed in the therapist's silence, because it enables the person being treated to collect himself and thus to come back to himself and take his time. Such silence is caring, respect and patient listening to what is showing.
This special way of therapeutically effective love takes place in serenity, which does not mean indifference, but a structured basic attitude, which includes the state of mind as well as an understanding engagement with it [61]. Serenity also means a balance of closeness and distance, which should correspond to the developing relationship. If, for example, the patient's relationship with the patient shows limited possibilities in this area, which can be expressed,
for example, in an excessive need for confirmation or, conversely, for distance, the serenity of the therapist also consists in giving the client a To help deliver liberation by allowing these phenomena to be discussed and questioned, so that the relationship can gradually be carried out more coherently according to their stage of development. Hicklin writes that "the attitude of the therapist results from a deliberate or unconsidered self-understanding of what he himself can allow or must fend off in terms of the needs of others or himself, what he considers beneficial for the development and maturation of the patient , inhibiting or dangerous. Hence the demand that the therapist is more advanced than the patient in dealing with relationships.” [62] This “further” is to be taken literally and does not mean an ideal human being [63]. We therapists have a lifelong claim to being, which is what all people are basically about.
Hicklin speaks moreover, in connection with serenity [Gelassenheit], also of leisure [Muße]. The relational space between analyst and patient has a temporal and a spatial aspect. With regard to temporality, what is meant here is "having time for", taking time for [Sich-Zeit-nehmen], through which the space can emerge where possibilities for development show themselves. According to Hicklin, this leisure is fundamental to the analytic relationship. For only within it can access to hearing, seeing, and unfolding open up. [64]
What Freud called "equally hovering attention"[65], i.e., devoting oneself to what is heard without choosing or straining attention, quasi without intention or judgment, this equal, patient attention that gives the space it needs, is picked up on in Daseinsanalysis in the caring serenity [fürsorgenden Gelassenheit] of the therapist. In order to be able to adopt such a serene basic attitude, it is necessary for the psychotherapist to go into the session as collected as possible, i.e., to be able to leave aside what is currently taking place in his own life, what is pleasant or also what is burdensome, which could take up a great deal of one's time, to such an extent that a serene openness toward the client, a being there [Da-sein] completely for him or her, remains possible. This can be quite a challenge.
Moreover, the attitude of the therapist cannot be seen independently of the setting of Daseinsanalytic psychotherapy. The most important traits of the therapy lie in a guiding towards questioning and listening within a growing therapeutic, i.e. supporting and secure relationship. The facilitation of this guiding is opened up on the one hand by the therapist's relaxed, open attitude, which is mostly based on way-making, liberating care.
The healing power of this also develops with the support of the way in which the two people involved in the healing process agree on the setting of their hours. On the one hand, there is the so-called basic rule (going back to Freud [66]), which asks the analysand at the beginning of the analytic collaboration to say everything that comes to mind without choice and without consideration of one's own feelings of shame or inhibitions and also of the analyst. With Condrau, the basic rule consists in the request to the patient "to open himself completely to the therapist in the conversation, to tell him also things that concern the latter himself, he thus has the possibility to express feelings of love and hate, even rumors that he has heard (...)..." [67] The application of the basic rule, we also read in Condrau, presupposes the couch position of the patient, where head and heart come on one level. "For it is not the head and intellect of our sick, much more their heart that is closed and cut off in fear," [68] as Boss puts it. It is not to be denied here, however, that a heart in fear naturally affects thought and intellect.
In the couch position, it is easier to let go and relax, which makes it easier for the patient to open up without reserve. In addition, there is no chance here to read from the therapist's face and posture, emotions and reactions to what is being said. Hicklin also emphasizes that the renunciation of having to have the analyst "visually ‘in one's grasp’" can
also be significant for a gradual letting go of the patient's orientation to the environment and to others. [69] In this way, it is easier for the patient to open up to the therapist.
The couch position facilitates to overcome the natural but for the analytic process hindering shame barrier, because "it, allows the patient to feel as sick and in need of help", to give free rein to his thoughts, and to let himself fall". [70] Of course, there are also mental disorders where a couch position is not, at least not yet favorable. This only in the margin.
The couch position also enables the analyst to listen more freely and without constraint. He or she can concentrate entirely on what is being heard, i.e. remain collected, and also more easily restrain from saying something immediately, as social convention would have it. The psychic and physical freedom of the analyst is thus greater, which can only benefit the treatment.
Toward the end of my remarks, let me now return, in summary, to the concept of psychotherapeutic abstinence [Abstinenz], that is, continence. What are therapists abstaining from here? We have heard that it is precisely the therapist's approachable and open attitude that enables clients to become involved in both the therapeutic relationship and the healing process. In this relaxed attention and openness, a space opens up within which everything that appeals to the client and that basically constitutes his or her being can become visible and be expressed. This space, the Daseinsanalytic rehearsal space, is born along by the event from which both partners receive their being and from which a genuine conversation becomes possible.
In order for this space to prove to be healing for our patients, we Daseinsanalysts need to adopt a certain attitude. I call this attitude the psychotherapeutic Eros, which includes calmly loving, way-making care as well as the necessary restraint so that the possibilities of being can unfold and develop from within themselves. I call this restraint abstinence. It shows itself in the serenity of the psychotherapist as well as in the renunciation of bringing one's own concerns and needs into the relationship. A coherent way of dealing with closeness and distance, which is due to the relationship, is just as much a part of this as the resilience to withstand provocations or temptations that may come from the patient, without giving up the abstinent attitude. Abstinence is by no means a cold or distant, unapproachable or indifferent form of how the therapist meets the sick person "professionally"; it is much more due to a deep capacity for love that gives space to the other and is not easily shaken. The security and sustainability of a mature therapeutic relationship can be patiently taken advantage of by what is happening. At the appropriate point, however, it will be necessary from time to time for the therapist to give the client an insight into the motives of this abstinence, this restraint, in order to make him understand that he is thereby referred to himself, alone with himself, while someone is present [71]. This restraint is precisely not a lack of attention, but indispensable in the sense of the healing process described here in its entirety, in the sense of a letting-be, which evokes the being. In Boss' little booklet of 1962 we also read:
"In psychotherapy, it is important to let the sick first of all catch up on the missing, but basically indispensable experience of protective and unshakable attention to care and love, which is appropriate to the intrinsic being of the sick person." [72] Abstinence understood in this way, which gives unwavering emotional attention, but which is also able to hold back at the appropriate time in the sense of the matter, which thus rests in the being-let-be, as I hope was made clear by my remarks today, belongs to the essence of the Daseinsanalytic procedure, for it would be inconceivable without it.
Footnotes:
[1] Lecture June 5, 2020 at the Philosophical Institute of the University of Vienna as part of the seminar series: Fundamentals of Daseinsanalyse. Semester topic: Being-oneself and Being-with-oneself. Phenomenology of relationships and therapeutic practice.
[2] Boss: Anxiety, Guilt, and Psychotherapeutic Liberation
[3] Heidegger: SZ 135
[4] Boss: Outline 530
[5] Freud: Remembering, Repeating and Working Through (Study Edition 11), 214
[6] Staats: The therapeutic relationship 9
[7] Boss: Outline 542
[8] Heidegger, Ficker: Correspondence, quoted in Thonhauser: An enigmatic sign 535
[9] Boss: Outline 556
[10] Ibid. 563
[11] Heidegger SZ 42
[12] Boss probably adopted this description from Carlos Alberto Seguin, whose book “Der psychotherapeutic” Eros was then published in German in 1965.
[13] Boss: Fear of Life 58f
[14] Helting: Introduction 32
[15] Heidegger: SZ 34 [emphasis by the author]
[16] Ibid.137 [emphasis in original]
[17] Ibid.
[18] Ibid., 136
[19] Ibid., 134
[20] Heidegger quoted in Boss: Psychoanalyse und Daseinsanalytik 70
[21] Förster[sic], Vetter: Daseinsanalyse 194
[22] Heidegger: Zollikon Seminars 59
[23] See Medard Boss: The dream and its interpretation
[24] Spitzer (now Aigner): Sorcerer's Apprentices 189ff. and Libisch, Spitzer [now Aigner]: Daseinsanalyse 108ff. (revised and shortened by the author)
[25] Boss: 530 Outline
[26] Förster [sic], Vetter: Daseinsanalyse 194
[27] Ibid.
[28] Ibid. 195
[29] Aigner 2019: Franz Kafka's letters to Milena Jesenská from Meran. Daseinsanalytic comments on the history of an opening. In: Daseinsanalyse. Yearbook for Psychotherapy, Psychosomatics and Basic Research (2019) Parts of this chapter have been revised and adopted from this article.
[30] Helting: Introduction 74
[31] Ibid.
[32] Ibid. 148
[33] Hicklin: Encounter 31 (emphasis in original)
[34] Helting: Introduction 148
[35] Heidegger: SZ 122
[36] Ibid. [emphasis in original]
[37] Ibid. [emphasis in original]
[38] Helting: Introduction 155
[39] Boss: Introduction to Psychosomatic Medicine 67
[40] Heidegger: HB (GA 9) 316.
[41] Wucherer-Huldenfeld: Original Experience 456
[42] Helting: Introduction 162
[43] Seguin: The therapeutic Eros (published in German in 1965)
[44] Boss: Outline 560
[45] Libisch, Strobl: Psychotherapeutic diagnostics in Daseinsanalysis [forthcoming in "Psychotherapeutic diagnostics" by Springer Verlag.]
[46] Helting: Introduction 130
[47] Libisch, Strobl: Diagnostics [forthcoming]
[48] Helting: Introduction 151
[49] Nykl: Relationship at the center of personality development 16
[50] Ibid. 16f
[51] Helting: Introduction 163
[52] Boss: Outline 564 [emphasis in original]
[53] Heidegger: SZ 124
[54] Ibid. 125
[55] Horizontal bar: Claim 46
[56] Seguín quoted in Condrau: Freud and Heidegger 267
[57] Ibid.
[58] Boss: Anxiety 58f.
[59] Ibid. 59
[60] Horizontal Bar: Possible Relationships [forthcoming]
[61] Helting: Introduction 212
[62] Hicklin: Attitude 191
[63] Ibid.
[64] Ibid. 194f
[65] Freud: Advice for the doctor in psychoanalytic treatment 171
[66] Freud: On the initiation of treatment 194
[67] Condrau: Freud and Heidegger 286
[68] Boss: Anxiety 55
[69] Hicklin: Attitude 196
[70] Condrau: Freud and Heidegger 287
[71] Reck 2019, 15
[72] Boss: Anxietyy S 57
Literature
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Translated by Miles Groth, PhD March 2022