Die Echoräume der Verlautbarung literarischer Sprachgestalt – Teil 1

 

Vom Sprechen der Texte Franz Kafkas

Die Kunst erweitern?
Nein. Sondern geh mit der Kunst in
deine allereigenste Enge. Und setze dich frei.
— Paul Celan. Der Meridian
Denn der Weg zum Nahen ist für uns Menschen jederzeit der weiteste und darum schwerste.
— Martin Heidegger. Gelassenheit
Königin zu Hamlet: Sei du gewiss, wenn Worte Atem sind/Und Atem Leben ist, hab ich kein Leben/Das auszuatmen, was du mir gesagt.
— William Shakespeare. Hamlet

[Wenn das ein Essay ist?]

// Prolog: „...in den besten Anfängen“[1]

 

Wir sind so an das leise Lesen gewöhnt, dass es scheint, als sei es immer so gewesen, dass die Menschen Bücher in der Stille verinnerlichten ohne dabei auch nur einen Laut – höchstens manchmal ein Seufzen oder ein Lachen - von sich zu geben. Im stillen Lesen treten wir in eine Art Zwiegespräch mit dem Autor, das allerdings so intensiv werden kann, dass wir in einen tiefen Bezug zu ihm oder natürlich auch zu der Welt und den Figuren, die er in seinem Text erstehen lässt, finden. Je inniger dieser Bezug wird, desto ausgeprägter ist unser Verbundensein. Denken wir nur an Hamlet, an Katharina Blum, den Michael Kohlhaas oder Jane Eyre, denken wir an Mister Darcyden Wertherden Faust und wie sie alle heißen! Sie scheinen uns so real wie „echte Menschen“, werden sogar bisweilen Ikonen wie Jane Austens Mr. Darcy aus dem Roman „Stolz und Vorurteil“ oder Goethes Werther. Ebenso ist Kleists „Mordbrenner“ Michael Kohlhaas, der die Gerechtigkeit selbst in die Hand nehmen will, als ihm tiefes Unrecht widerfährt, in lebendig-unsterblicher Erinnerung. Sie sind Teil unserer Welt ebenso, wie Teil des kollektiven Bewusstseins oder, wenn man es wissenssoziologisch sagen möchte, des gesellschaftlichen Wissensvorrats. 

Es ist wohl beides möglich, in der intensiven Lektüre eines bestimmten Autors oder einer bestimmten Autorin: Entweder neigen wir uns dem Literaten, der Literatin zu oder den Figuren. Natürlich kann die Zuneigung sich auch gegenseitig bedingen. Wer Mister Darcy schätzt, wird auch Jane Austen mögen. Es kann dabei allerdings nicht alleine um bloßes Mögen gehen. Kleists Geschichten und Stücke sind voller eigenwilliger Charaktere, Kippfiguren allerorts, da ist kaum Harmonisches zu finden, er folgt keinem Ideal als dem der Authentizität, und daher sind gerade seine Figuren so besonders lebendig und lebensecht.[2] Manchmal geht dieses Verbundensein mit einem Autor oder seinen Figuren sehr tief. Franz Kafka zum Beispiel, als Leser und Autor, bezeichnet Flaubert, Dostojewski, Grillparzer und Heinrich von Kleist als seine gefühlten „Blutsverwandten“, und weit bevor er dies in einem Brief an seine spätere Verlobte Felice Bauer[3] äußert, notiert er 1910 zu seiner Goethe-Lektüre: „Ein wenig in Goethes Tagebüchern gelesen. Die Ferne hält dieses Leben schon beruhigt fest, diese Tagebücher legen Feuer dran.“[4]

Im Juli 1912 unternimmt er zusammen mit Max Brod eine Art „literarische Pilgerfahrt“ nach Weimar. Im Reisetagebuch beschreibt er, wie er sich Goethes Spuren nähert, indem er mit Max Brod zusammen in der Nacht zum Frauenplan geht, um dessen ehemaliges Wohnhaus zu sehen. Es ist ein Moment der Verdichtung der eigenen Existenz und des Versuches der versunkenen Existenz Goethes nahezukommen. „Gang in der Nacht zum Goethehaus. Sofortiges Erkennen. Gelbbraune Farbe des Ganzen. Fühlbare Beteiligung unseres ganzen Vorlebens an dem augenblicklichen Eindruck. Das Dunkel der Fenster der unbewohnten Zimmer. Die helle Junobüste. Anrühren der Mauer.[5]  Tage später schreibt er dann: „Ich träume, daß ich Goethe deklamieren höre, mit einer unendlichen Freiheit und Willkür“.[6]  

Das Gespräch, mag es auch schweigend stattfinden, das Gespräch mit den Toten ist hin und wieder lebendiger als das mit den Lebenden. Rainer Maria Rilke spricht von einem Weltinnenraum, in dessen Weite sich Außen- und Innenwelt durchdringen. Ein Aspekt des Phänomens ist, „dass es kein Jenseits und kein Diesseits gibt, sondern nur einen Weltinnenraum, einen gemeinsamen Raum, den sich die Toten und die Lebenden teilen“. Die Lebenden unterscheiden sich, nach dieser Idee, von den Toten nur dadurch, dass sie einen Leib haben. [7] Der Weltinnenraum ist ein Innigkeitsraum. Im Weltinnenraum ist also die sogenannte Innenwelt nicht mehr von der Außenwelt abgetrennt, die Räume durchwirken einander, was sich leiblich, räumlich und zeitlich auswirkt: „Durch alle Wesen reicht der eine Raum:/Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still/durch uns hindurch. O, der ich wachsen will,/ ich seh hinaus, und in mir wächst der Baum.“ Auf diese Weise lehrt uns Rilke das Sehen neu – oder ist es nicht eher ein Hören?[8]  Jedenfalls bietet der Weltinnenraum uns so gesehen ein geistiges Exit-Szenario aus der verflachten, schablonenartigen Sichtweise der menschlichen Existenz als Subjekt-Innen, das einer außerhalb von ihm liegenden Objekt-Welt gegenüber stünde, als sei die Welt „in Individuen zertrümmert“, wie es Nietzsche in „Die Geburt der Tragödie“ bezeichnet, der  - im übrigen - im „Subjekt“ sinnigerweise den „Gegner der Kunst“ erkennt.[9]

  

Dieser Text nun will in zwei Teilen dem Raum, den Räumen nachdenken. Er will Sprachräume, Echoräume, Klangräume durchstreifen und ausgehend von der Frage nach dem Wesen der Sprache (verlauteter sowie stiller) und des Raumes, nach und nach sich im Dunkel nur ahnend vortasten zu weiteren Orten, Räumen, Klängen. Er gliedert sich in Epeisodien und leiht sich diese Bezeichnung vom altgriechischen Drama, wo „Epeisodion“ (Hinzukommendes) einen Teil mit gesprochenen Dialogen der Schauspieler zwischen zwei Chorgesängen bezeichnete.[10] Indem er also immer noch etwas hinzukommen lässt, will sich der Text in einer Abfolge von Gedanken entwickeln, die sich aus dem stillen Gespräch mit Dichtern und Denkern ergibt. In diesem Gespräch werden die Bedeutungsbereiche von Sprache, Rede, Sage, verlautendem Sprechen, Raum, Hören, Echo/Widerhall innerhalb der menschlichen und damit verstehend gestimmten Existenz erkundet. Diese Abfolge entwickelt sich im besten Fall nicht linear, sie könnte sich verzweigen, über- unterlaufen, mancherorts überschneiden oder stören, jedoch auch - unvorhergesehen -  in einen Mittelpunkt finden, wie die Hohlräume eines interirdischen Tunnelsystems. In Kafkas Erzählung  „Der Bau“[11] ist dieser Ort der Hauptplatz des unterirdischen Systems aus Gängen und Höhlen, das Zentrum, wo alle Nahrungsvorräte gelagert werden. Von solchem Vorrat kann man während eines langen Nachdenkens zehren.  

In diesem ersten Teil des Aufsatzes finden sich die Epeisodien „Aufklang, Anklang, Rückklang“, „Sprache, Rede, Sagen“ und „Ort, Raum, Welt“. Der zweite, im nächsten Jahrbuch erscheinende Teil wird die beiden Epeisodien „Anklang, Widerhall, Hören“ und „Kafka spricht, Kafka sprechen“ enthalten und den Gedankengang fortführen. Die in diesem ersten Teil  angegebenen Quellen gelten für beide Aufsatzteile.

 

Fangen wir darum einmal anders an, als üblich. Fragen wir: Wie können wir literarischen Hör-Raum erfahrbar, vollziehbar machen, wie Stimme? Dazu gilt es nun zuerst für einen Moment aus dem leisen Lesen auszusteigen. Ich nenne „Chor“, was die Abfolge der Gedanken (in Epeisodien gefasst) unterbrechen wird, um uns ins Hören finden zu lassen. Wir probieren etwas aus, nämlich das laute Lesen eines kurzen Textes von Franz Kafka mit dem Titel: „Wunsch, Indianer zu werden“[12]

 

//Chor 

! Leser/Leserin dieses Aufsatzes (laut intonieren oder, noch besser, auswendig lernen und dann frei sprechen! Mehrmals hintereinander - Was dazu im Sprecher überwunden werden muss, soll überwunden werden!):

 

Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

 

(Diesen ersten Eindruck bewahren.)

 

//Epeisodion Eins: Aufklang, Anklang, Rückklang

 

Die Kulturpraktik des stillen Lesens ist uns mittlerweile so in Fleisch und Blut übergegangen, dass wir vergessen haben, ihre Verbreitung in der Bevölkerung geschah erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, im Zuge des damals auftretenden Verschriftlichungsschubs. Im stillen Lesen erhöht sich die Lesegeschwindigkeit und es kann eine größere Menge Text in kürzerer Zeit aufgenommen werden. Das leise Lesen aber ist auch intimer Akt, Rückzug, eine Art innerer Dialog mit dem Autor und es hat eine halluzinatorische Komponente, denn die Vorstellungskraft wird enorm gesteigert, wenn wir für uns allein einen Text leise lesen. Wir gehen dann in „ein anderes Land“ der Verinnerlichung, phantastische Welten entstehen, wenn die Worte des Autors unsere Imaginationskraft anstoßen. Dem Menschen näher als das Aufschreiben von Worten ist aber das Sprechen, die Sprache selbst. Die Sprache sei das „Haus des Seins“, sagt Martin Heidegger, in ihrer Behausung wohne der Mensch.[13]  Wo es um Behausung geht, ist der Raum mitgenannt und so etwas wie Verortung, also ein Ort. Das Wesen einer Sache, auch des Raumes und des Ortes, erfahren wir aber wiederum aus der Sprache. Heidegger: „Der Zuspruch über das Wesen einer Sache kommt zu uns aus der Sprache, vorausgesetzt, daß wir auf deren eigenes Wesen achten.“ [14] Die Sprache soll hier nicht verkürzt als Mittel des Ausdrucks oder vergegenständlicht als Instrument der Kommunikation gesehen werden, sondern: „Unter allen Zusprüchen, die wir Menschen von uns her mit zum Sprechen bringen können, ist die Sprache der höchste und überall erste.“[15] Was hier unter Sprache verstanden sein soll und insbesondere unter stimmlich verlautetem Sprechen, soll daher zuerst dargelegt werden, dann blicken wir auf das Verwahrt-sein dieser beiden Phänomene in der Schrift. Menschliche Sprache hat aber, weil sie ja zuerst als Denken sich zuspricht und dann als gesprochene, nämlich als Stimme erscheint[16], eine klingende, schwingende, schallbildende, durchdringende, echobildende Kraft. Die Klang des Sprechens erscheint als Melodie, als Intonation, als Rhythmus in einer Dynamik und Zirkulation von Laut und Leise, Langsam und Schnell, Tief und Hoch. Die Stimme kann nicht verlauten ohne Körper, d.h. ohne physischen Leib, nicht ohne Kehlkopf, Stimmbänder, nicht ohne Atem und auch nicht ohne eine gewisse Absicht, sei diese nun bewusst oder unbewusst. Welche Rolle spielt die menschliche Leiblichkeit im Sprechakt? Dieser Frage will ich auch nachgehen. In der gesprochenen Sprache haben wir es mit dem Hören als Empfangsorgan zu tun, bei der gelesenen mit dem Sehen. Ich sage bewusst nicht Ohren und Augen, sondern Hören und Sehen, weil es sich hier um Weltbezüge handelt, die nur als Bedingung ihrer Möglichkeit am menschlichen Körper Augen und Ohren sich ausbilden haben lassen. Kurz, weil der Mensch ein hörendes und sehendes Wesen ist, hat er Ohren und Augen, nicht umgekehrt! Der Klang, die lautende Schwingung, der Schall bedürfen aber eines Raumes und eines Ortes, wo sie sich erheben und erklingen, auftreffen, ankommen können. Stimme bedeutet auch Ausdehnung, Ausbreitung, Verbreitung, Fülle. Sie ist Erscheinungsform des existenziellen Leibens, was wiederum mit dem Sich-einräumen des Daseins zu tun hat. Von hier aus, vom Einräumen her, wollen wir das Wesen des Raumes auch bedenken. Die Rede schließlich vom Echo-Raum trägt in sich das Geschehen von Anklang und Widerhall und ebenso das des Nachklingens, zum Beispiel im Sinne eines Echos der Vergangenheit.

Das Wesen des niedergeschriebenen sprachlichen Kunstwerkes, des literarischen Textes wird uns dann beschäftigen und wie dieses in schriftlicher Form Vorliegende wieder zur Stimme wird, in der Verlautbarung und Interpretation der Rezitatorin erklingt und rückübersetzt wird in lebendige Sprachmelodie. Die Abstände zwischen Worten und Buchstaben, die Ober- und Unterzeilen füllen sich mit ergänzender Bedeutung und kommen schließlich innerhalb eines amalgamisierten Geschehens zum Vorschein als reiner, aber im selben Moment schon wieder vergehender Klang, der Bedeutung auf? in? mit? sich trägt. Das schriftliche Werk wird wieder zu Gehör gebracht. Im solcherart zum Klingen gebrachten Werk ist der Künstler selbst da[17]. Das gilt nicht nur für musikalische sondern auch für sprachliche Werke. Was geht vor sich, wenn ein literarischer Text deklamiert oder rezitiert wird?. Verschiedene Varianten sind vorstellbar, in ihrer jeweiligen Gestalt hängen sie von der Interpretation des einzelnen Sprechers ab. Der Text ist gänzlich ausgeliefert. Soll das Unternehmen gelingen, muss sich der Sprecher verstehend und auslegend dem Text überlassen. Das heißt, der Rezitator hat eine hermeneutische Verantwortung gegenüber dem Text, denn dieses Sprechen ist Auslegen, Interpretieren, Übersetzen, Verlauten von etwas, das (meist) ein anderer niedergeschrieben hat. Es liegt zum einen nicht ganz in der Hand des Sprechers, wie das Wortgefüge des Textes nun erklingt, und zwar in Hinblick auf seine Stimme, die er natürlich verstellen kann, aber die dennoch immer in den Grenzen eben dieser einen individuell gegebenen Stimmkraft und -nuance bleiben muss. Jedoch, wie der Text als Bedeutungsganzes innerhalb des Klang-Spektrums der Stimme zu Gehör gebracht werden kann, obliegt dem hersagenden, redenden Wesen des Sprechers, seiner Befindlichkeit (ein „Wo“ und ein „Wie“ klingen hier an), seinem Verstehen, seiner Haltung, seiner Absicht. Wie jeder Interpret, zum Beispiel ein Klaviervirtuose, der Bach spielt, bringt er das Werk eines anderen Künstlers nach Maßgabe der eigenen Möglichkeit und des eigenen Verstehens zum Erklingen. Elias Canetti nennt dieses Phänomen der individuellen Sprecherscheinung „die akustische Maske“ des Sprechers. „Diese sprachliche Gestalt eines Menschen, das Gleichbleibende seines Sprechens, diese Sprache, die mit ihm entstanden ist, die er für sich alleine hat, die nur mit ihm vergehen wird“.[18] Der Interpret ist ein Mittler. Das verlautbarte Sprechen als Stimme ist Ausdruck der Selbstwirksamkeit und Selbstwahrnehmung des Individuums, und es gehört in dessen Wirkwelt. 

Hören wir, wie Franz Kafka sein einziges öffentliches Vorlesen eines eigenen Textes in Prag („Das Urteil“) am 4.Dezember 1912 seiner späteren Verlobten Felice Bauer in einem Brief beschreibt:

„...Liebste, ich lese nämlich höllisch gerne vor ...  in vorbereitete und aufmerksame Ohren der Zuhörer zu brüllen, tut dem armen Herzen so wohl. Ich habe sie aber auch tüchtig angebrüllt und die Musik, die von den Nebensälen her mir die Mühe des Vorlesens abnehmen wollte, habe ich einfach fortgeblasen. Weißt du, Menschen kommandieren oder wenigstens an sein Kommando zu glauben – es gibt kein größeres Wohlbehagen für den Körper.“[19]

Was der Rezitator vollbringt ist eine Re-Inszenierung. Sie vergegenwärtigt, was das Zeichensystem der Schrift in sich zurückgeborgen hält. Im verschriftlichten Text ist jene Wahrheit ins Werk gesetzt, welche sich dem Autor zusprach und die ins Werk geborgen immer weiter spricht. Diese Wahrheit hat Vorrang vor dem kreativen Akt. „Es geht in der Kunst um das Zeugnis und dann erst um die Kreation“[20] sagt Peter Sloterdijk in seinen Frankfurter Vorlesungen, wo eindrucksvoll ausgeführt wird, dass der Mensch erst zur Welt kommt, in dem er zur Sprache kommt. Sprechen als ein sich selbst und seine Freiheit Ergreifen, Sprechen als Geborenwerden, sich Entbinden, als ein sich aus seiner Mitte in seine Mitte Setzen[21]. In der Niederschrift solcher Sprache aber geschieht eine Reduktion, die Gedanken müssen in einer sich auf Syntax und Semantik Rücksicht nehmenden Weise vergegenständlichen im abgedruckten, buchstabierten, begrenzenden Wort und Wortgefüge. Wenn die sprachliche Ausdrucksmöglichkeit auch im Prinzip unendlich ist, so liegt im einzelnen Ausdruck stets schmerzliche Begrenzung. Dem geschriebenen Wort fehlt zudem wieder und noch der Klang, es fehlt die Stimme, es fehlt der Atem, das Tempo, die Lautstärke, die Dehnung, die Dynamik, der Rhythmus, die Tonhöhe, die Verortung im akustischen und im existenziellen Hör-Raum. Der in Schrift geronnene Text bleibt als ein aus Zeichen bestehendes Gebilde reduziert und wartet im geschlossenen Buch auf seine Dechiffrierung durch den lesenden Menschen. Die innerste Bedeutung des Wortes, welches das geistige Wesen einer Sache in sich birgt und spricht (und es ist schon fast unvorstellbar viel, wenn es gelingt, das im Wort zu bergen!) ist stets und unendlich oft bereit, sich jeder Stimme anzuvertrauen, die dann den still im Buch verschlossenen Text in dynamische Bewegung versetzt, zum Erklingen bringt, indem sie ihm einen Ort verstattet und damit Raum gibt.[22] Die Stimme eröffnet die Gegend des Textes. Zwei Bedeutungen von Ort und Gegend klingen hier mit, zusammengefügt im Wort „Topos“, welches ein Thema ebenso meinen kann wie einen Ort im Raum. Semantischer und geografischer Raum begegnen und durchwirken sich hier in einer Bezeichnung. Gegenüber dem gesprochenen Wort bedeutet das aufgeschriebene in Abwesenheit des (vielleicht längst verstorbenen) Autors ein gewisses Abstraktum. Verschriftlichung bedeutet für die Aussage den höchsten Grad der Ablösbarkeit vom Hier und Jetzt. Trotz dieser Einschränkung erscheinen uns die literarischen Texte ungeheuer ansprechend, lebendig und wahr. Wir vergessen im stillen Lesen, dass ihnen die Stimme fehlt und vermissen sie wahrscheinlich nicht einmal. Das laute Lesen und mehr noch das Deklamieren eines auswendig einstudierten Textes ist demgegenüber ein erneuter Schaffensakt, eine Interpretation und eine Wiedergabe. Das stille Lesen besorgt eine Impression und Verinnerlichung, die Imaginationskraft bildet über den Worten eine Welt heraus, die aber zuerst und zumeist still bleibt. Das laute Lesen trägt ebenso eine Impression und Imagination in sich, verlautbart aber, trägt nach außen, ist in dieser Hinsicht expressiv, re-materialisiert das geschriebene Wort als, allerdings vergänglichen, durch die Person des Sprechers individualisierten, hörbaren Klang, ist Mit-teilung und Selbstreferenz und ein Sich- Aussetzen des Sprechers. 

// Chor: (laut)

Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

(diesen zweiten Eindruck bewahren)

 

//Epeisodion Zwei: Sprache, Rede, Sagen

 Bei Martin Heidegger lesen wir den geheimnisvollen Satz: „Die Sprache ist das Haus des Seins. In ihrer Behausung wohnt der Mensch. Die Denkenden und Dichtenden sind die Wächter dieser Behausung. Ihr Wachen ist das Vollbringen der Offenbarkeit des Seins, insofern sie diese durch ihr Sagen zur Sprache bringen und in der Sprache aufbewahren[23] Die Sprache birgt das Denken des Seins in sich, ist etwas, was sich dem Menschen zuspricht und dem er im Verstehen entspricht. Verstanden heißt „sich zusprechend“. Zuspruch und Entsprechen sind in ihrem Vollzug selbig, d.h. wir sprechen nicht von einer zeitlichen Abfolge, sondern es handelt sich um eine Vollzugsidentität. Das Entsprechen ist der Vollzug des Angesprochenseins. 

Verstehen, Befindlichkeit und Sein-bei werden bei Heidegger als Existenzialien, also dem Dasein, der menschlichen Existenz, wesensmäßig zugehörig, erkannt und zur Sorgestruktur des Daseins zusammengefasst. Dem Dasein geht es in der Sorge im Grunde um sein eigenes Sein. Der Mensch lässt sich vom Sein gebrauchen, ist dann im späteren Denken Heideggers, Erscheinungsstätte, gelichteter Anwesenheitsbe-reich, in den hinein sich etwas zeigen kann. Dieser Sorge des Daseins (gestimmtes, verstehendes Sein-bei) stellt er die ebenso als Existenzial verstandene Rede bei, als den lebendigen Vollzug des Sprechens; man könnte auch sagen als „beseeltes Sprechen“. Die Weise, wie wir in der Stimmung für die Welt offen sind, drückt sich in der Befindlichkeit aus. In der Trauer sind wir auf andere Weise für die Welt offen als in der Freude, in der Wut anders als in der Angst. Das Verstehen ist ein Können, ein Sich-Verstehen-auf. Der Mensch versteht sich immer schon auf sein Dasein ist „in“, d.h. inmitten der Welt, die ihm aus Befindlichkeit und Verstehen heraus vertraut ist, als ein Ganzes von Verweisungszusammenhängen und Bedeutsamkeiten. Die Sprechenden teilen den sorgenden Weltbezug und die daraus erwachsende bedeutungsmäßige Gliederung der Welt miteinander. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass alles Sprechen nach Heidegger Mit-teilung ist.[24] Die Sprache spricht am Grunde dieses Phänomens der Rede, das Sein spricht sich dem Menschen zu als ein Schicken, welches sich im Geschick versammelt. In der Sprache wird die Offenheit des Seins verwahrt, d.h. Sprache ist das „Behältnis“, der Aufbewahrungsort des Offenbarungsgeschehens, vermittels welchem die Wahrheit sich dem Menschen unmittelbar zuspricht und ebenso er selbst als der Angesprochene und Sprechende sich zeigt und sich versteht. Wir verhalten uns stets aus dem Sein (nämlich unserem eigenen Sein des Da) zum Sein (dem innerweltlich Begegnenden, sich Zusprechenden, Anklingenden). Das Sein wird hier als Geschehen verstanden, nicht als Geschehendes. Das Sein ist kein Seiendes, sondern ein Anwesen[25]. Die Sprache ist die Weise, wie sich das Denken des Seins zeigt und ausdrückt, noch vor dem Wort und noch weit vor der Verlautbarung. „Der Mensch muß, bevor er spricht, erst vom Sein sich wieder ansprechen lassen auf die Gefahr, dass er unter diesem Anspruch wenig oder selten etwas zu sagen hat, nur so wird dem Wort die Kostbarkeit seines Wesens, dem Menschen aber die Behausung für das Wohnen in der Wahrheit des Seins wiedergeschenkt.[26]  

In der Sprache und im Reden, dem lebendigen Sprechen der Sprache geht es grundlegend um ein Offenbarungsgeschehen, um das Anwesen von Wahrheit, ins Erscheinen gebracht im Wesen des Menschen, der in der echten Rede ganz zu sich und ganz zu der Sache, um die es im Wesentlichen geht, kommt. Die echte Rede hört auf den Zuspruch der Sprache, dieser Zuspruch ist still und dennoch ein Ruf. „Die Sprache spricht, nicht der Mensch. Der Mensch spricht nur, indem er geschicklich der Sprache entspricht. Dieses Entsprechen aber ist die eigentliche Weise, nach der der Mensch in die Lichtung des Seins gehört.[27]

Die verlautbarte Sprache, das hörbare Sprechen, die verschriftlichte Rede hat nun aufweisenden und aussagenden Charakter, sie teilt mit, zeigt an, gibt zu verstehen. Durch die Mitteilung kommen wir in das selbe Seinsverhältnis zu dem, wovon die Rede ist, d.h., zu der Sache, um die es geht: 

Aussage bedeutet Mitteilung, Heraussage [...] Sie ist Mitsehenlassen des in der Weise des Bestimmens Aufgezeigten. Das Mitsehenlassen teilt das in seiner Bestimmtheit aufgezeigte Seiende mit dem Anderen. „Geteilt“ wird das gemeinsame sehende Sein zum Aufgezeigten“[28]

Nun wissen wir von einigen Schriftstellern, Dichtern, dass sie laut sprechend und sich bewegend ihre Werke entwickelt haben. Goethe hat seinem Sekretär Eckermann diktiert, Hölderlin verfasste laut vor sich hin sprechend seine Gedichte und war dabei in Bewegung, ging im Raum herum[29]. Die Verlautbarung kann den Zuspruch, welchen der Dichter erfährt, möglicherweise klarer artikulieren und damit zu fassen helfen. Die Vorlesbarkeit als Kriterium der Güte eines literarischen Textes hängt damit zusammen. Die Stimme des Vorlesers wird so gesehen zum literarischen Organ. Franz Kafka jedenfalls, von dem lautes Sprechen beim Schreibakt nicht bekannt ist, hat bei eigenen und auch bei fremden Texten die Vorlesbarkeit als wichtiges Qualitätsmerkmal erachtet. Hier ein Beispiel aus seinem Tagebuch: „Die Bitterkeit, die ich gestern Abend fühlte als Max bei Baum meine kleine Automobilgeschichte vorlas. Ich war gegen alle abgeschlossen und gegen die Geschichte hielt ich förmlich das Kinn an die Brust gedrückt. Die ungeordneten Sätze dieser Geschichte mit Lücken daß man beide Hände dazwischen stecken könnte; ein Satz klingt hoch, ein Satz klingt tief wie es kommt; ein Satz reibt sich am andern wie die Zunge an einem holen oder falschen Zahn; ein Satz kommt mit einem so rohen Anfang anmarschiert, daß die ganze Geschichte in ein verdrießliches Staunen geräth; eine verschlafene Nachahmung von Max ( Vorwürfe gedämpft - - angefeuert) schaukelt hinein, manchmal sieht es aus wie ein Tanzkurs in seiner ersten Viertelstunde.“[30]  

Auch beim Entwickeln eines Gedankens mag das laute Aussprechen förderlich sein. Der Gedankengang setzt sich im Erleben des Sprechers gar nicht mehr so explizit von der Verlautung ab, sondern das Sprechen entwickelt eine Eigendynamik. Die Gedanken tauchen gleichsam in den gerade sich über die Lippen bewegenden artikulierten Wörtern erst auf (Gleichzeitigkeit von Denken und Sprechen). Ausgesprochene Rede, ist immer an jemanden gerichtet und seien es nur des Dichters eigene Ohren. Das Verlautbaren zwingt geradezu in eine sprachliche Form, ins Schließen der Sätze, ins Vollenden eines Gedanken, der still für sich behalten, vielleicht zerstieben würde ins Namenlose oder sich nicht vollenden würde können. Sprechen wir zu einem anderen Menschen, ist, nennen wir es einmal „der Wille zum Sinn“, das Bemühen um schlüssige Gestaltbildung im Vordergrund. Wir wollen uns mitteilen, verstanden werden, das Gegenüber vielleicht sogar in unsere Befindlichkeit umstimmen oder zur selben Sache kommen lassen. Wir wollen vielleicht überzeugen, überreden, warnen, belehren, zum Lachen bringen. Viele Möglichkeiten sind im Sprechen der Sprache gegeben, Wittgenstein nennt dies das „Sprachspiel“[31]. Den Gedanken an das Spiel nimmt auch Friedrich Schiller in seinen Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ auf, indem er über die Schönheit als „lebendige Gestalt“ spricht , die dem Menschen das doppelte Gesetz der absoluten Formalität und der absoluten Realität vorgibt, und meint, der Mensch solle mit der Schönheit nur spielen und nur mit der Schönheit spielen. Auch hier der Verweis auf das Wesen des Menschen als Spiel, welches auf den Vollzugs und Geschehnis-Charakter des Existenz hinweist: „Denn, um es endlich einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“[32]

 Wenn die Sprache das Haus des Seins ist oder das Wesen (das geistige Wesen bei Walter Benjamin[33]) des Menschen Sprache ist, dann macht uns das Sprachspiel, wenn es frei gelingt, im eigentlichen Sinne erst zum Menschen, richtig verstanden, ebenso im Stillen gespielt, wie in der Verlautbarung. Dies rundet sich in Heideggers Bezeichnung der Sprache als dem Haus des Seins ebenso ab, wie in Benjamins Rede von der Sprache als dem geistigen Wesen des Menschen, welches mitteilbar und unmittelbar sich im Namen als Benennung und Nennung ausspricht:

Der Name hat im Bereich der Sprache einzig diesen Sinn und diese unvergleichlich hohe Bedeutung: daß er das innerste Wesen der Sprache selbst ist [...] Der Name als Erbteil der Menschensprache verbürgt also, daß die Sprache schlechthin das geistige Wesen des Menschen ist.[34]

Sprache kann, sobald sie sich in Form des lauthaften Sprechens hörbar macht, also sinnlich wahrnehmbar wird, in der Diktion der phänomenologischen Wissenssoziologie als vokales Zeichensystem bezeichnet werden[35]. Das bezieht sich auf den Charakter, den die gesprochene oder verschriftlichte Sprache als innerweltlich Seiendes, also Vorhandenes auch verkörpert. Die Verschriftlichung entspricht folglich einem Zeichensystem zweiter Ordnung. Das Gesagte wird durch die Verschriftlichung weitest möglich vom Hier und Jetzt der Alltagswirklichkeit abgelöst. Die visuellen Schriftzeichen stellen eine Art stilles Depot des Auditiven, des Artikulierten, des sprachlich Ausgedrückten dar. Voraussetzung dafür ist allerdings stets die ursprünglich im Wesen des Menschen angelegte Rede als lebendiger Vollzug der Sprache, die sich im existenzialen Verstehen des Menschen mit ausspricht. Es mag sein, dass der ursprüngliche Zuspruch an den Menschen, das Fassen dessen, was sich aus dem Sein her zeigt, schon im Wort eine Verkürzung, eine Begrenzung erfahren muss, selbst, wenn es der Menschensprache zukommt, dass ihn ihr grundsätzlich alles gänzlich mitteilbar wäre, denn sie Möglichkeiten der Sprache sind unendlich. Das mag stimmen, dennoch scheitert das Sagen des „Ganzen“ am Wort. Es birgt in sich nämlich stets die Unmöglichkeit der Möglichkeit alles zu sagen, also sprachlich gänzlich ins Erscheinen zu bringen, was sich zeigt. Immer jedoch bleibt Unsagbares zurück. Wie komplexe und lebendige Auftürmungen von Worten wir auch bilden, wir gelangen nicht in die Möglichkeit das All des Seins im Ganzen zu fassen. Schon der einzelne Sprechende muss am Sagen des ganzen Eigenen scheitern. Wie das All des eigenen Seins gänzlich zur Sprache bringen? Alle Worte der Welt und alle Zeit würden dazu nicht hinreichen. Denn „Das ist ein großes Glück, wenn man die innere Bewegung so glatt nach außen stoßen  kann“.[36] sagt Kafka, der Meister der einfachen und klaren Sprache, einen Aspekt dieses Phänomens ansprechend, zu Gustave Janouch. Am Ende der kurzen, nachgelassenen Erzählung „Prometheus“ der, „...weil er die Götter an die Menschen verraten hatte, am Kaukasus festgeschmiedet“ worden war „und die Götter schickten Adler, die von seiner immer wachsenden Leber fraßen...“ lesen wir: „...Die Sage versucht das Unerklärliche zu erklären, da sie aus einem Wahrheitsgrund kommt, muß sie wieder im Unerklärlichen enden[37].

Das spricht von der Unmöglichkeit die Wahrheit ganz zu erfassen, greifen zu können und eben auch auszusprechen, weil die Sprache und das menschliche Denkvermögen begrenzt sind, weil es in diesem Zuspruch um ein Spiel von Entbergung und Verbergung geht und es ein Ringen, ein Streiten bleibt, ein Streit zwischen dem verbergenden, bewahrenden Zug der „Erde“ mit der entbergenden, ins Offene ziehenden „Welt“[38]. Doch das Spiel rettet uns, es lässt uns gelassen mit den Verweisungen und Bezügen der Existenz umgehen und ermöglicht uns unserem Wesen zum Ausdruck zu verhelfen. Im Sprechen kommt der Mensch zur Welt und zu sich, denn das ist das selbe.  

Das Wort Sage, kommt vom Sagen. Nach Heidegger wurzelt das Sagen im Mythos.  „Mythos heißt das sagende Wort. Sagen ist für den Griechen: offenbar machen, erscheinen lassen, nämlich das Scheinen, in seiner Epiphanie Wesende. Μυθοζ  [Mythos] ist das Wesende in seiner Sage, das Scheinende in der Unverborgenheit seines Anspruchs.“[39]

Die Kunst als epiphanisches, als Offenbarungs-Phänomen nun, würde dann der Erscheinungsraum des Göttlichen sein, das heißt heilig[40]. „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort“, lesen wir im Johannes-Evangelium[41] und Walter Benjamin lässt uns wissen, dass in den Dingen das schaffende Gotteswortes waltet, wartend auf die Benennung durch den Menschen, das Wesen, dessen Wesen die Sprache ist, der ein- und ausholende Atem des sprechenden Seins. Hoffen wir also auf die heilende Kraft des Wortes!

 

// Chor: (laut)

Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

 

(Diesen dritten Eindruck bewahren)

 

// Epeisodion drei: Ort, Raum, Welt

 

Der Mensch ist seiner Seinsverfassung nach räumlich. Das ist ein dem Dasein wesensmäßig zugehörender Grundzug. Dasein ist räumlich, nur dadurch kann es sich im Raum orientieren, ausrichten und bewegen. Der Mensch ist einräumend. Dasein ist In-der-Welt-sein. Welt bezeichnet den offen gelichteten Bereich des Anwesens. Worte gehören in dieses semantische Feld wie: Raum, existenzieller Raum, Befinden, Befindlichkeit, Erscheinungsstätte, Sprachraum, Ort, Da. Die Verortung des Menschen, das Sein des Da ergibt sich auch aus der Befindlichkeit (wo befinden wir uns? Wie befinden wir uns?). Es ist die Stimmung (nicht zu verstehen als Gefühl), die uns die Weise erschließt, wie wir unser Sein des Da gerade ausstehen. Der Architekt Franz Xaver Baier stößt in seinem Essay „Der Raum“ das Denken hierüber in vielfältige Bahnen und befreit den Raum aus dem euklidischen Gefängnis des dreidimensionalen Behälter-Daseins. Folgen wir seinem Sagen, entbirgt sich Raum als grundsätzlicher Wesenszug menschlicher Existenz, als Lebensraum, als Erscheinungsstätte. Der Raum als Gegend um den Ort des existenziellen Einräumens wird von Franz Xaver Baier wie folgt erfasst: „Alle Lebensbewegungen und Lebensvollzüge sind als räumliche Transformationen wirksam. Deshalb kann alles Existieren einschließlich den von der Psychologie ins Subjekt eingeschlossenen Empfindungen und Gefühlen, als in verschiedenen Räumen und auf verschiedenen Wirklichkeitsniveaus tätig erkannt werden. Das hat zur Konsequenz, daß Phänomene wie Angst, Freude, Hoffnung, Hoffnung, Glück, Erinnern, Vorstellen, Zuneigen, Abneigen, Ausstehen, Aushalten, usw. Bewegungen unseres gesamten Lebensraumes sind. Deshalb sind Angst und Freude nicht nur subjektive Gefühle, sondern wirkliches Enger- und Weiterwerden, Dunkler-, Schwerer-, Dichter-, Heller-, Leichter- und Klarerwerden unseres gesamten Lebenraums.[42]  Sein, nochmals betont, ist hier als Geschehen, transitiv verstanden und nicht dinglich als Seiendes! Sein heißt Anwesen, Vollziehen und nicht Anwesenheit. Sein ist Erfahrung von Ereignis. Wenn bei Heidegger  - ich zitierte es schon – davon die Rede ist, dass die Sprache als das Haus des Seins die Behausung ist, in der der Mensch wohnt und dieses Wohnen ein „ins eigene Wesen Schonen“ ist, dann ist die Sprache, das Sprechen, das Hören auf den (zuerst sogar stillen) Zuspruch der ureigenste Wesensaustrag des Menschen. Die Dichter und die Denker hüten dieses Haus, bringen für uns die Sprache in einer Weise zum klingen, dass wir Hörende werden können, auf das aufmerksam werden, was sich ihnen in besonderer Weise und Qualität zuspricht und was nur sie, jeder für sich einzigartig zur Welt, zur Sprache und somit ins Erscheinen bringen können. Die Sprache hält uns im Wesen, so ist es die Dichtung, als tiefstes Sagen, die uns an den Ursprung des Menschseins führt. Wenn Michel Foulcault in der Ordnung des Diskurses vom „wilden Außen“ spricht, welches der Dichter[43] in die diskursive Welt, in die Welt sprachlicher Erscheinung hereinholt, in dem er es sagt, aufschreibt, in seinem (des Gesagten) Eigenwesen erscheinen lässt, lässt sich dabei auf die besondere und feingliedrige Empfänglichkeit und den Mut des Dichters dem bisher Ungedachten, Unbeachteten, Ungehörten, Ungesehenen, Ungeheuren gegenüber schließen. Und damit nicht genug, nur der Dichter, der Schriftsteller bringt es so ins Wort, das bisher Unsägliche wird in einzigartiger Weise sagbar: „Was die Dichtung als lichtender Entwurf an Unverborgenheit auseinanderfaltet und in den Riß der Gestalt vorauswirft, ist das Offene, das sie geschehen lässt, und zwar dergestalt, dass jetzt das Offene erst inmitten des Seienden dieses zum Leuchten und Klingen bringt [...]Das entwerfende Sagen ist jenes, das in der Bereitung des Sagbaren zugleich das Unsagbare als ein solches zur Welt bringt [...] Das Ins-Werk-Setzen der Wahrheit stößt das Ungeheure auf und stößt zugleich das Geheure und das, was man dafür hält, um.“[44] Durch dieses Ins-Wort-bringen verschafft sich das geistige Wesen einer Sache Raum und Ort in der Menschensprache. Das Bergen und Niederschreiben des Gesagten verspricht Bewahrung, Überlieferung und trägt in sich die Möglichkeit der Verbreitung. Die Sprache selbst ist ein riesiger Raum, innerhalb dessen sich sinnhafte Verweisungen verstreben (und den der Dichter über- und unterschreitet, wenn er ins „wilde Außen“ vordringt). Dieser Raum dehnt sich, krümmt sich, breitet sich aus und faltet sich wieder ein, zieht sich zusammen pulsiert und schwingt. Sprache ist Leben. Sprache ist lebendig. „Wenn Worte Atem sind und Atem Leben ist....“[45] Ich stelle den Raum existenziell zunächst als Weite vor, als Offenheit, kein Oben, kein Unten, kein Hinten, kein Vorne, kein Links und kein Rechts, kein Innen, kein Außen. Kein Da (noch kein Ort - U-Topos. Kein Ort!) Der gelichtete Anwesenheitsbereich der menschlichen Existenz erst ermöglicht den Ort von dem aus der Raum ins Erscheinen treten kann. Einräumen heißt einen Ort freigeben. Der Ort öffnet eine Gegend.[46] Da das Wesen des Menschen aber Sprache ist, ist auch der Raum Sprache! 

Das Wort selbst aber ist das Verhältnis des Wortes, also die Relation, zum Ding. „Das Wort selbst heißt, das Wort in seinem seinsvergebenden Walten ist das Verhältnis, sofern es das Ding erst Ding sein lässt.“[47]

Die Sprache fundiert, überschreitet und er-innert gleichursprünglich diese Wahrnehmung des geometrischen, dreidimensionalen Raumes, und auch des daraus abgeleiteten des Subjekt-Objekt Raumes, in dem ein Gegenüberstehen von Subjekt (Innen) und Objekt (Außen) angenommen wird. Sprache ist Transitorium, sie ist Geschehen ebenso, wie Verortung und Verweis. Der an sich bodenlose Mensch hält sich vielleicht nur durch Sprache, denn in ihr verdichtet sich sein geistiges Wesen, vermittels ihrer fasst er sich und die Welt. Alles je Denk-, Fühl-, Vorstell- und Ahnbare, alles innerhalb und außerhalb des Weltinnenraums ist Sprache und die Sprache ist prinzipiell unendlich. Alles, was ist, kann grundsätzlich sprachlich in Erscheinung treten, ob es das aber tut, denn der Mensch muss es ja sprachlich fassen, „lesen“[48] und ausdrücken können, ist eine andere Frage. Prinzipiell aber ist alles, was ist, innerhalb der Sprache. Es gibt kein Außerhalb der Sprache

Sprachraum ist also der geistige Raum in den hinein alles erscheinen könnte, was ist. Und doch gibt es die Begrenzung durch die Endlichkeit des Wortes. Aus diesem Umstand folgt die Unmöglichkeit der Möglichkeit alles zu sagen. Und doch hoffen die Sprechenden! 

Dasein, menschliche Existenz als der gelichtete Ankunftsraum ist solchermaßen Sprachraum. Sprache ist der Möglichkeitsreservoir des Sagbaren, alles, was je gesagt werden kann und könnte ist bereits in ihrem Terrain liegend. So trägt die Sprache nicht nur die Gesamtheit alles Gewesenen, was je Sprache wurde und noch Sprache werden könnte ebenso gegenwärtig in sich, wie alle Zukunft des Sagbaren. Sprache schläft nie und stirbt nie, sie ist solange der Mensch ist.

 

//Chor:

Wenn man doch ein Indianer wäre, gleich bereit, und auf dem rennenden Pferde, schief in der Luft, immer wieder kurz erzitterte über dem zitternden Boden, bis man die Sporen ließ, denn es gab keine Sporen, bis man die Zügel wegwarf, denn es gab keine Zügel, und kaum das Land vor sich als glatt gemähte Heide sah, schon ohne Pferdehals und Pferdekopf.

 

(Diesen vierten Eindruck bewahren)

 

Ende des ersten Teils. Die Fortsetzung folgt im Jahrbuch „Daseinsanalyse“ 2016.


Fußnoten

[1] Franz Kafka (2005) Die Briefe.  S. 1211 (Aus dem letzten Brief Franz Kafkas an seine Eltern, geschrieben  einen Tag vor seinem Tod, am 2.6.1924) Ich zitiere hier aus der Brief-Ausgabe des Verlags 2001, weil der betreffende Briefband in der Gesamtausgabe des Fischer Verlags noch nicht erschienen ist.

[2] Siehe dazu auch Günter Blamberger (2011) Heinrich von Kleist. Biografie. S. 413 ff.

[3] Franz Kafka. (1999) GA: Briefe 1913 – März 1914. Brief an Felice Bauer vom 2.9.1913, S.275  

[4] Franz Kafka (1990) GA: Tagebücher, Eintrag vom 19.12.1910 (78 Jahre nach Goethes Tod), S. 135

[5] ebd. Eintrag vom 29.6.1912, S. 1043

[6] ebd. Eintrag vom 10.7.1912, S. 1042

[7] Martin Poltrum. Von Musen und Sirenen, 2013, S.154

[8] Rainer Maria Rilke (2006) Es wirkt zur Fühlung aus fast allen Dingen. In Die Gedichte, S. 618

[9] Friedrich Nietzsche (1994) Die Geburt der Tragödie, S.46

[10] Wikipedia: Epeisodion

[11] Franz Kafka (2010) Die Erzählungen, S. 465

[12] Franz Kafka (2010) Die Erzählungen, S. 7

[13] Martin Heidegger (2000) Über den Humanismus. S. 5

[14] Martin Heidegger (2009) Bauen, Wohnen, Denken. S. 140

[15] ebd.

[16] Man bedenke, dieser Vorgang geschieht möglicherweise nicht so linear, wie es den Anschein haben mag. Bei Heinrich von Kleist lesen wir zum Beispiel in dem Aufsatz „Die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“ wie das Sprechen selbst, nämlich vor einem anderen Menschen, erst hilft, die Gedanken zu formen und in einen schlüssigen Gedankengang zu fügen (Heinrich v. Kleist, 2008, S. 340 ff.).

[17] Martin Heidegger (2004) Gelassenheit. S. 10

[18] Lothar Müller (2007) Die zweite Stimme. Vortragskunst von Goethe bis Kafka. S.36

[19] Franz Kafka (1999) GA. Briefe 1900 – 1912. Brief vom 4/5.12.12 an Felice Bauer, S. 299

[20] Peter Sloterdijk (1988) Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen. S.21

[21] Im Tagebuch Kafkas findet sich folgende Notiz: „Das Zögern vor der Geburt. Gibt es eine Seelenwanderung, dann bin ich noch nicht auf der untersten Stufe. Mein Leben ist das Zögern vor der Geburt.“ (1990, GA: Tagebücher, Eintrag 24.1.1922, S. 888)

[22] siehe hierzu auch Lothar Müller (2007) S.70

[23] Martin Heidegger (2000) Über den Humanismus. S.5

[24] Rainer Thurnher (2014) Da-sein und Rede. Die Sprache und ihre Bedeutung für die Psychotherapie, S.7 (unveröffentlichter Vortrag, der der Verfasserin vorliegt)

[25] Heideggers Wahrheitsverständnis: Wahrheit als Unverborgenheit (aletheia), als „...Entbergung des Sichverbergenden“, siehe dazu auch „Was heißt Denken?“ (1992) S. 14

[26] Martin Heidegger (2000), S.11

[27] Martin Heidegger (2006) Der Satz vom Grund. S.161

[28] Martin Heidegger (1993) Sein und Zeit, S. 155

[29] siehe hierzu Pierre Bertaux (1981) Friedrich Hölderlin. Eine Biografie.

[30] Franz Kafka (1990) GA Tagebücher, Eintrag vom 5.11.1911, S. 226 f.

[31] Ludwig Wittgenstein (2003) Philosophische Untersuchungen

[32] Friedrich Schiller (2000) Über die ästhetische Erziehung des Menschen. S. 62

[33] Walter Benjamin (2011) Über die Sprache überhaupt und die Sprache des Menschen

[34] ebd. S.13

[35] Berger, Luckmann (1996) Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

[36] Gustav Janouch (keine Jahresangabe im Buch) S.27

[37] Franz Kafka (1995) Erzählungen. S.246

[38] siehe zum „Streit zwischen Erde und Welt“ bei Martin Heidegger auch Holger Helting (2000), S. 209 ff.

[39] Martin Heidegger (1992) Was heißt Denken? S. 11. Ergänzung in eckiger Klammer d.d. Verf.

[40] siehe hierzu Martin Heidegger (2000) Brief an den Humanismus

[41] Johannes 1:1 (Neues Testament)

[42] Franz Xaver Baier (2000) Der Raum. S.8

[43] Michel Foulcault (1991) Die Ordnung des Diskurses. (Foulcault fragt auch: „Wer ist dieses Ich, das schreibt?“)

[44] Martin Heidegger (2008) Der Ursprung des Kunstwerks. S.77

[45] William Shakespeare (2001) Hamlet. S. 88

[46] Martin Heidegger (2007) Die Kunst und der Raum

[47] Martin Heidegger zitiert nach Friedrich Wilhelm von Herrmann (1999) Die zarte aber helle Differenz. Heidegger und Stefan George. S. 91

[48] Walter Benjamin (2011) Über das mimetische Vermögen. Zitat: „»Was nie geschrieben wurde, lesen.« Dieses Lesen ist das älteste: das Lesen vor aller Sprache, aus der Eingeweiden, den Sternen, den Tänzen.“



Gedanken- und Gesprächsquellen

(für beide Teile des Aufsatzes)

 

Gaston Bachelard (2003) Poetik des Raumes. Fischer TB Verlag, Frankfurt a.M., 7. Auflage

Franz Xaver Baier (2000) Der Raum. Prolegomena zu einer Architektur des gelebten Raumes. Pamphlet. Verlag der Buchhandlung Walter König, Köln

Walter Benjamin (2011) Über die Sprache überhaupt und über die Sprache des Menschen. In Angelus Novus. Ausgewählte Schriften 2, Suhrkamp TB Verlag, Frankfurt am Main, 4. Auflage, S. 9-26/ Über das mimetische Vermögen. Ebd., S. 96-99

Peter L. Berger, Thomas Luckmann (1996) Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Eine Theorie der Wissenssoziologie. Fischer TB Verlag, Frankfurt a. M.

Pierre Bertaux (1981) Friedrich Hölderlin. Eine Biografie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

Günter Blamberger (2011) Heinrich von Kleist. Biographie. Fischer TB Verlag, Frankfurt am Main

Medard Boss (1982) Von der Spannweite der Seele. Ausgewählte Vorträge und Aufsätze aus den Anwendungsbereichen des daseinsanalytischen Menschenverständnisses. Benteli Verlag Bern

Max Brod (1984) Über Franz Kafka. Fischer TB Verlag. Frankfurt a.M., 36-40 Tausend

Michel Foulcault (1991) Die Ordnung des Diskurses. 11. Auflage, Fischer TB Verlag, Frankfurt a. Main

Martin Heidegger (1992): Was heißt Denken? Vorlesung Wintersemester 1951/52 Reclam Universalbibliothek, Stuttgart

Martin Heidegger (1993) Sein und Zeit. 17. Auflage. Max Niemeyer Verlag, Tübingen

Martin Heidegger (2000) Über den Humanismus. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main, 10. ergänzte Auflage

Martin Heidegger (2004) Gelassenheit. Klett-Cotta, Stuttgart, 13. Auflage

Martin Heidegger (2006) Der Satz vom Grund. Klett-Cotta, Stuttgart

Martin Heidegger (2007) Die Kunst und der Raum. L’art et l’espace. Vittoro Klostermann, Frankfurt am Main

Martin Heidegger (2008) Der Ursprung des Kunstwerks. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart.

Martin Heidegger (2009) Bauen, Wohnen, Denken. In: Vorträge und Aufsätze. 11. Auflage, Klett Cotta, Stuttgart. S. 139-156

Holger Helting (1999) Einführung in die philosophischen Dimensionen der psychotherapeutischen Daseinsanalyse. Shaker Verlag, Aachen

Friedrich Wilhelm von Herrmann (1999) Die zarte aber helle Differenz – Heidegger und Stefan George. Vittorio Klostermann. Frankfurt a.M.

Gustav Janouch (kein Erscheinungsjahr) Gespräche mit Kafka. Aufzeichnungen und Erinnerungen. Onomato Verlag.

Franz Kafka (2005) Die Briefe. Zweitausendeins. Frankfurt am Main

Franz Kafka (1990) Gesamtausgabe [GA]. Tagebücher in der Fassung der Handschrift. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Franz Kafka (1999) Gesamtausgabe [GA] Briefe 1900 – 1912. Hg, von Ernst Koch, Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Franz Kafka (1999) Gesamtausgabe [GA]. Briefe 1913 – März 1914. Hg. von Ernst Koch. Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Franz Kafka (2005) Kritische Ausgabe, Gesamtausgabe [GA], Briefe 1914 – 1917. Hg.

von Hans-Gerd Koch, Fischer Verlag, Frankfurt am Main

Franz Kafka (2010) Die Erzählungen. Originalfassung, 11. Aufl., Fischer TB Verlag, Frankfurt am Main

Franz Kafka (1995) Prometheus. In: Erzählungen. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart, S.246

Heinrich von Kleist (1984) Über die allmähliche Verfertigung des Gedankens beim Reden. In: Ders., Sämtliche Erzählungen und andere Prosa. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart, S. 340-346

Heinrich von Kleist (1984) Über das Marionettentheater. In: Ders., Sämtliche Erzählungen und andere Prosa. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart. S. 331-339

Heinrich von Kleist (1984) Michael Kohlhaas. In Ders.: Sämtliche Erzählungen und andere Prosa. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart, S. 3-115

Gunter Martens, Annemarie Post-Martens (2008) Rainer Maria Rilke. Rowohlt Monografie. Reinbek bei Hamburg

Minkowski, Eugene (1967): Weerklinkena. In: Het menselijk aspect van de kosmos (Originaltitel: Vers une cosmologie). Utrecht: Bijleveld, 65 -71 (dt. Übersetzung der in diesem Text verwendeten Passagen aus dem Niederländischen von Lars van Roosendaal und Charlotte Spitzer)

Lothar Müller (2007) Die zweite Stimme. Vortragskunst von Goethe bis Kafka. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin

Jean-Luc Nancy (2010) Zum Gehör. diaphanes, Zürich-Berlin

Friedrich Nietzsche (1994) Die Geburt der Tragödie. In Werke in drei Bänden, Band 1: Menschliches Allzumenschliches und andere Schriften. Könemann Verlagsges.; Köln

Martin Poltrum (2013) Musen und Sirenen. Ein Essay über das Leben als Spiel. Pabst Science Publishers, Lengerich, Berlin, Wien, Bremen, Miami, Riga, Viernheim, Zagreb

Friedrich Schiller (2000) Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen. Reclam Universalbibliothek, Stuttgart

Shakespeare, William (2001) Hamlet. Prinz von Dänemark. Reclam Universal-bibliothek, Stuttgart (In der Übersetzung von August Wilhelm Schlegel, herausgegeben von Dietrich Klose)

Peter Sloterdijk (1988) Zur Welt kommen – Zur Sprache kommen. Frankfurter Vorlesungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main

Reiner Stach (2009) Franz Kafka. Jahre der Erkenntnis. Fischer TB Verlag

Rainer Thurnher (2014) Da-sein und Rede. Die Sprache und ihre Bedeutung für die Psychotherapie. Unveröffentlichter Vortrag, S.7

Ludwig Wittgenstein (2003) Philosophische Untersuchungen. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M., 6. Auflage

 

Charlotte Aigner (vormals Spitzer) 2015, Jahrbuch Daseinsanalyse 

 
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